Die Kursrally nimmt kein Ende. AMD steigt am Montag um 2,74 Prozent auf 477,25 Euro. Damit fehlen dem Chipkonzern nur noch knapp drei Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 491,85 Euro.

Die 150 Prozent Kursgewinn seit Jahresanfang sind beachtlich. Noch beeindruckender: 326 Prozent Plus in zwölf Monaten. Ein Rennen, das denkt man, das muss bald enden. AMD zeigt derzeit keine Bremsspuren.

Rackspace-Deal und MEXT-Übernahme

Der jüngste Treiber: ein milliardenschwerer Infrastrukturvertrag mit Rackspace Technology. Der Cloud-Anbieter baut eine 30-Megawatt-Plattform auf Basis von AMD Instinct GPUs und EPYC Prozessoren auf. Die Auslieferung läuft zwischen Ende 2026 und 2028.

Parallel stärkt AMD das eigene Technologie-Portfolio. Die Akquisition von MEXT bringt KI-gesteuerte Speicheroptimierung ins Haus. Zudem stellte das Unternehmen die „Helios“-Architektur vor. Das System kombiniert GPUs, CPUs und Pensando-Netzwerkhardware zu einer skalierbaren Plattform. Zielgruppe sind europäische Unternehmen mit KI-Ambitionen.

Hinzu kommen die jüngsten Quartalszahlen. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 auf 10,25 Milliarden Dollar – ein Plus von 38 Prozent. Das Rechenzentrumsgeschäft legte um 57 Prozent auf Rekordwerte zu.

Hohe Bewertung, moderates Signal

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 180. Ein Wert, der Vorsicht gebietet. Manche Analysten sehen die Erwartungen längst eingepreist. Insiderverkäufe der vergangenen Wochen nähren diese Skepsis.

Die Technik spricht dagegen eine klare Sprache. Der RSI von 63 signalisiert moderate Stabilität. Überkauft ist der Titel nicht. Der Kurs notiert 108 Prozent über der 200-Tage-Linie bei 228,94 Euro.

Im August folgt der nächste Quartalsbericht. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob der KI-Boom die Bewertung trägt – oder ob die Realität einholt.