Amerant Bancorp hat am Donnerstag Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und die Anleger reagierten ernüchtert. Der Gewinn je Aktie brach auf magere 0,07 Dollar ein, ein Minus von über 80 Prozent gegenüber den Erwartungen von 0,36 Dollar. Die Aktie gab daraufhin um 1,85 Prozent nach und schloss bei 22,21 Dollar. Kann die Bank das Ruder noch herumreißen?
Bilanzsumme schrumpft unter die Schwelle
Die Gesamtaktiva sanken von 10,4 Milliarden Dollar Ende September auf 9,8 Milliarden Dollar zum Jahresende. Ein bewusster Schritt: Das Management reduzierte gezielt teure Einlagen und Großhandelsfinanzierungen, um die Bilanz zu optimieren. Brokered Deposits gingen von 550 Millionen auf 436 Millionen Dollar zurück. Auch bei Krediten zeigte sich Zurückhaltung – das Portfolio schrumpfte um 245 Millionen auf 6,7 Milliarden Dollar, da Rückzahlungen die Neuausreichungen übertrafen.
Die Zinsmarge geriet unter Druck: Sie fiel von 3,92 auf 3,78 Prozent. Der Zinsüberschuss sank um 4 Millionen auf 90,2 Millionen Dollar. Verantwortlich dafür waren die kleinere Bilanz und das zeitliche Auseinanderfallen bei der Neubepreissung von Aktiva und Passiva nach den Zinssenkungen.
Kreditqualität im Fokus der Stabilisierung
Notleidende Kredite stiegen von 140 Millionen auf 187 Millionen Dollar – das entspricht 1,9 Prozent der Gesamtaktiva. Die Bank führte im vierten Quartal eine umfassende Portfolioprüfung durch, die rund 5,3 Milliarden Dollar oder 85 Prozent des Kreditbuchs umfasste. Das Ergebnis: verschärfte Risikoklassifizierungen, vor allem bei gewerblichen Immobilienkrediten in Florida und Texas.
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Die Risikovorsorge lag bei 3,5 Millionen Dollar, deutlich unter den 14,6 Millionen des Vorquartals. Brutto-Abschreibungen erreichten 29,5 Millionen Dollar, abgefedert durch Rückflüsse von 11,1 Millionen. Im Januar 2026 verkaufte Amerant bereits vier problematische Kredite im Volumen von 66 Millionen Dollar. Die Quote der Kreditausfallrückstellungen sank von 1,37 auf 1,20 Prozent.
Sonderbelastungen drücken das Ergebnis
Die Nicht-Zins-Aufwendungen explodierten auf 106,8 Millionen Dollar – ein Anstieg um 28,9 Millionen gegenüber dem Vorquartal. Dahinter stecken 29,2 Millionen Dollar an Sonderposten: 14,9 Millionen Verluste aus zum Verkauf bestimmten Krediten, 7,5 Millionen für Vertragsauflösungen (darunter Werbe- und Kreditvereinbarungen), 3,8 Millionen für Abfindungen im Zuge des Führungswechsels sowie Wertberichtigungen auf Beteiligungen und immaterielle Vermögenswerte.
Bereinigt um diese Effekte lag die Kernkostenbasis bei 77,6 Millionen Dollar. Die operative Kostenkontrolle bleibt Priorität: Für das erste Halbjahr 2026 strebt Amerant 70 bis 71 Millionen Dollar pro Quartal an, bis Jahresende sollen es nur noch 67 bis 68 Millionen sein. Allein bei Marketing und Werbung will die Bank 2026 über 6 Millionen Dollar einsparen.
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Venezuela-Chancen und Kapitalmaßnahmen
Interim-CEO Carlos Iafigliola sieht neue Perspektiven in Venezuela. Mit fast 2 Milliarden Dollar Einlagen und 50.000 Kunden aus dem Land könnte die angekündigte Wiederaufnahme US-amerikanischer Ölförderlizenzen dem Geschäft Auftrieb geben. Amerant ist nach eigener Einschätzung ideal positioniert, um internationale Ölfirmen bei Zahlungsabwicklung und Kontoführung zu unterstützen. Auch der Handel mit venezolanischen Anleihen über die Tochtergesellschaft nahm seit Januar zu.
Der Vorstand genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm über 40 Millionen Dollar, gültig bis Ende 2026. Im vierten Quartal kaufte Amerant bereits 737.334 eigene Aktien zu durchschnittlich 17,63 Dollar zurück – 78 Prozent des materiellen Buchwerts von 22,56 Dollar. Zudem wurde eine Quartalsdividende von 0,09 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 27. Februar 2026 an Aktionäre vom 13. Februar.
Ausblick: Wachstum erst ab Halbjahr
Für das erste Quartal 2026 erwartet das Management stagnierende Kreditvolumina, da Abgänge problematischer Positionen das Neugeschäft kompensieren. Über das Gesamtjahr plant Amerant ein Kreditwachstum von 7 bis 9 Prozent, wobei die obere Spanne von bestehenden Kreditlinien abhängt. Die Einlagen sollen parallel wachsen.
Die Zinsmarge wird zwischen 3,65 und 3,70 Prozent erwartet. Als Kernziele nennt Amerant eine Eigenkapitalrendite nahe 1 Prozent und eine Aufwand-Ertrags-Relation von 60 Prozent bis Jahresende. Langfristig strebt die Bank unter 60 Prozent Kostenquote und über 1 Prozent ROA an – Werte, die den Abstand zu besser bewerteten Wettbewerbern verringern sollen.
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