American Express hat am gestrigen Dienstag eine strategische Erweiterung seines Banking-Portfolios für kleine und mittlere Unternehmen vollzogen und zeitgleich aktuelle Kennzahlen zur Kreditqualität vorgelegt.
Während der Konzern mit einem neuen Hochzins-Sparkonto und KI-gestützten Dienstleistungen in die Offensive geht, zeigten Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC eine weitgehend stabile Entwicklung bei den Verzugsquoten. Dennoch reagierte der Markt am heutigen Mittwoch mit Kursabschlägen.
Expansion im Bereich der Unternehmens-Finanzen
Das neu eingeführte „Business Savings“-Konto richtet sich gezielt an kleine Betriebe und bietet einen jährlichen Zinssatz (APY) von 2,95 Prozent. American Express verzichtet bei diesem Produkt auf monatliche Gebühren und Mindestguthaben.
Ergänzend dazu bietet der Finanzdienstleister Neukunden eines „Business Checking“-Kontos einen Willkommensbonus von 35.000 Membership-Rewards-Punkten an. Sofortüberweisungen zwischen den verschiedenen Unternehmenskonten sind zudem gebührenfrei möglich.
Hintergrund dieser Produktoffensive ist eine Trendex-Umfrage, die das Unternehmen unter mehr als 1.100 kleinen Unternehmen durchführte. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an integrierten Lösungen: 82 Prozent der befragten Betriebe gaben an, überschüssige Barmittel auf Sparkonten anlegen zu wollen, und 93 Prozent äußerten den Wunsch nach ganzheitlichen Finanzwerkzeugen.
Für die kommenden Monate plant American Express bereits weitere Schritte. So sollen Belohnungen der „Graphite Business Cash Unlimited“-Karte ab Ende 2026 direkt in das Geschäftskonto eingezahlt werden können. Für den Beginn des Jahres 2027 kündigte das Unternehmen zudem eine Kooperation mit Gusto an, um eine KI-gestützte Lohnbuchhaltung zu integrieren.
Stabile Kreditqualität trotz leichter Schwankungen
Parallel zur Produkteinführung veröffentlichte das Unternehmen die monatlichen Statistiken für sein US-Kreditkartenportfolio. Im Bereich der Privatkunden (Consumer) blieb die Quote der über 30 Tage fälligen Verzüge mit 1,1 Prozent stabil auf dem Niveau der Vormonate Juni und Juli.
Im Juni hatte dieser Wert noch bei 1,4 Prozent gelegen, was jedoch durch den Verkauf abgeschriebener Salden begünstigt war, der die Quote einmalig um etwa 0,3 Prozentpunkte gedrückt hatte.
Im Segment der US-Kleinunternehmen zeigt sich eine leichte Verbesserung bei den Ausfällen. Die Netto-Abschreibungsrate sank hier im August auf 2,2 Prozent, nachdem sie im Juli noch bei 2,6 Prozent und im Juni bei 2,3 Prozent gelegen hatte.
Auch der „Lending Trust“ des Konzerns wies mit einer Ausfallrate von 1,0 Prozent im August eine solide Verfassung auf.
Aktuelle Marktsituation und Kursverlauf
Trotz der Erweiterung des Geschäftsmodells und der stabilen Kreditkennzahlen geriet der Kurs am heutigen Mittwoch unter Druck. Das Papier verzeichnete einen Rückgang von 2,7 Prozent und notiert aktuell bei 273,60 Euro.
Anleger reagierten damit zurückhaltend auf die jüngsten Daten, obwohl die Abschreibungsquoten im historischen Vergleich und unter Berücksichtigung von Sondereffekten weiterhin auf einem moderaten Niveau verharren.
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