Kein großer Deal, keine Übernahme, keine Kartellfrist – diesmal meldet American Water Works Fortschritte im Kleinen. Gleich drei Tochtergesellschaften sorgen an einem einzigen Tag für Nachrichten, und zusammen zeigen sie, wie der Wasserversorger sein Geschäft in den Bundesstaaten organisiert: Qualität, Infrastruktur, Regulierung.
Auszeichnung, Ausbau, Anhörung
In Kentucky hat die Kentucky River Station II, eine regionale Wasseraufbereitungsanlage der Tochter Kentucky American Water in Owen County, eine Anerkennung des Kentucky Energy and Environment Cabinet erhalten. Die seit 2010 betriebene Anlage erfüllte die Ziele des Area-Wide Optimization Program, einer freiwilligen Initiative zur Reduzierung von Trübung und Desinfektionsnebenprodukten im Trinkwasser.
In West Virginia investiert die Tochtergesellschaft 140.000 Dollar in ein Infrastrukturprojekt in South Charleston: 600 Fuß alte Rohrleitungen werden durch neue PVC-Leitungen ersetzt, Fertigstellung bis Ende Oktober.
Das Projekt ist Teil eines größeren Investitionsplans von mehr als 129 Millionen Dollar für West Virginia im laufenden Jahr. Über das vergangene Jahrzehnt hat die Sparte dort bereits über 805 Millionen Dollar in Infrastruktur gesteckt.
Kalifornien liefert derweil die politisch brisanteste Meldung. California American Water hat gegenüber dem State Water Resources Control Board Stellung zu einer möglichen Lockerung des seit 2009 bestehenden Anschlussmoratoriums auf der Monterey-Halbinsel bezogen.
Das Unternehmen unterstützt eine temporäre Aussetzung, mahnt aber zur Vorsicht – der Carmel River, ökologisch sensibel, dürfe nicht überlastet werden. Hintergrund ist ein drohendes jährliches Versorgungsdefizit von 815 Millionen Gallonen bis 2050, das die kalifornische Regulierungsbehörde bereits bestätigt hat. Eine öffentliche Anhörung dazu ist für den 5. November angesetzt.
Was diese Meldungen verbinden
Für sich genommen wirken die drei Nachrichten unspektakulär: eine Auszeichnung, ein kleines Bauprojekt, eine behördliche Stellungnahme. In der Summe zeigen sie aber das Geschäftsmodell des Konzerns in Reinform.
American Water Works operiert über regulierte Tochtergesellschaften in 14 Bundesstaaten, verhandelt permanent mit lokalen Behörden über Infrastruktur, Tarife und Wasserrechte – und genau solche Einzelmaßnahmen bilden die Basis für künftige Tarifanpassungen und regulatorische Genehmigungen.
Der Fall Monterey Peninsula dürfte dabei am genauesten zu beobachten sein. Sollte das Moratorium fallen, könnte das langfristig neue Anschlussgebühren und Investitionsbedarf für die kalifornische Tochter bedeuten – abhängig davon, wie die öffentliche Anhörung im November verläuft.
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