Die Nachfrage nach Steckverbindern und Verkabelung für künstliche Intelligenz stärkt die Zuversicht der Analysten für Amphenol. Am gestrigen Mittwoch hoben mehrere Investmentbanken ihre Kursziele an.

Goldman Sachs setzte das Kursziel auf 116 US-Dollar herauf und bekräftigte die Kaufempfehlung. Im gestrigen Handel schloss das Papier an den deutschen Börsen bei 78,45 Euro, womit es mit einem Abstand von minus 1,9 Prozent nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.

Wall Street setzt auf Rechenzentrums-Ausbau

Auch die Schweizer Großbank UBS zeigte sich optimistischer für den US-Konzern. Analyst Joseph Spak hob das Kursziel für die Aktie von 99 auf 105 US-Dollar an und bestätigte seine Einstufung mit „Buy“. Die Analysten verweisen vor allem auf den anhaltenden Ausbau von KI-Rechenzentren, der den Bedarf an spezialisierten Verbindungslösungen und Verkabelungen maßgeblich antreibt.

Die Nachfrage nach moderner Datenübertragungstechnik entwickelt sich damit zu einer tragenden Säule für den Konzern. Zwar bergen mögliche Investitionskürzungen durch große Cloud-Anbieter Risiken für die mittelfristige Dynamik. Dennoch profitiert Amphenol abseits der klassischen Halbleiterhersteller von den anhaltenden Investitionen in die physische Netzwerkinfrastruktur.

Starkes Wachstum und neue Vertriebswege

Die jüngsten operativen Kennziffern untermauern diese Entwicklung. Im Quartal bis zum 30. Juni erzielte Amphenol einen Umsatz von 8,76 Milliarden US-Dollar nach 5,65 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg dabei auf 1,77 Milliarden US-Dollar.

Parallel dazu baut das Unternehmen den weltweiten Vertrieb in weiteren Kernsegmenten aus. Am gestrigen Mittwoch vereinbarte der Elektronikdistributor element14 eine weltweite Partnerschaft mit der Konzerntochter Amphenol NEXUS Technologies.

Gegenstand der Vereinbarung ist der Vertrieb robuster Steckverbinder und Schalter für Einsatzbereiche in Verteidigung, Luftfahrt, Telekommunikation und Medizintechnik über globale Vertriebskanäle in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik.

Breites Fundament jenseits reiner Chiptrends

Rund 40 Prozent der Erlöse von Amphenol stehen im direkten Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und Kommunikationsdaten. Das verbleibende Geschäft stützt sich auf industrielle Abnehmer sowie die Automobil- und Raumfahrtbranche, was für eine breite Risikostreuung sorgt. Das beschleunigte operative Momentum spiegelt sich auch im Börsenjahr wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 34 Prozent.