Amphenol hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die eigene Wachstumsdynamik eindrucksvoll bestätigt. Der Steckverbinder-Spezialist meldete einen Umsatz von 8,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,35 Dollar. Zukäufe und die anhaltend starke Nachfrage aus dem Datacom- und KI-Infrastrukturgeschäft trieben das Ergebnis.

Für das laufende Quartal legt das Unternehmen die Messlatte noch höher: Die Prognose sieht einen Umsatz zwischen 9,3 und 9,4 Milliarden Dollar vor. Damit signalisiert Amphenol, dass der Rückenwind aus dem Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur anhält und nicht nur ein Einmaleffekt aus Übernahmen war.

Split vor rund einem Monat, Dividende bleibt konstant

Der 2-für-1-Aktiensplit, der vor rund einem Monat vollzogen wurde, hat die Aktie für ein breiteres Anlegerpublikum zugänglicher gemacht, ohne den fundamentalen Wert des Unternehmens zu verändern. Parallel dazu hält Amphenol an seiner Ausschüttungspolitik fest: Für Ende August wurde eine Quartalsdividende von 0,25 Dollar je Aktie angekündigt, zahlbar am 14. Oktober 2026 mit Stichtag 22. September 2026.

Dass das Unternehmen trotz der massiven Investitionen in Kapazitätsausbau und Übernahmen an einer stabilen Dividende festhält, unterstreicht die Substanz des Cashflows hinter dem Wachstumskurs. Anleger, die auf laufende Erträge setzen, erhalten damit weiterhin eine verlässliche Komponente neben der Kurschance.

Goldman Sachs bestätigt Kaufempfehlung

Am Dienstag bekräftigte Goldman Sachs seine Kaufempfehlung für Amphenol und beließ das Kursziel bei 204 Dollar. Die Bank sieht damit weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial für die Aktie, gestützt auf die anhaltend starke Nachfrage im KI- und Rechenzentrumsgeschäft, die sich bereits in der Q3-Prognose des Unternehmens niederschlägt.

Kursverlauf bleibt volatil

Am Freitag schloss die Aktie bei 71,67 Euro, ein Plus von 1,5 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 5,3 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht um 4,8 Prozent verbilligt hat. Die Schwankungsbreite bleibt mit einer annualisierten Volatilität von 41 Prozent hoch – ein Hinweis darauf, dass der Markt die ambitionierten Wachstumsziele des Unternehmens weiterhin kontrovers diskutiert.

Der Relative-Stärke-Index von 56 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet knapp 340 Milliarden Euro zählt Amphenol damit weiterhin zu den Schwergewichten im Bereich elektronischer Verbindungstechnik, deren Bewertung eng an die Fortsetzung des KI-getriebenen Investitionszyklus geknüpft ist.

Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen müssen, ob die ambitionierte Umsatzprognose für das dritte Quartal tatsächlich erreicht wird. Bis dahin bleibt die Aktie ein Gradmesser dafür, wie nachhaltig der Ausbau von KI-Infrastruktur die Zulieferindustrie tatsächlich trägt.