Seit Jahresbeginn hat die Ams-Osram-Aktie 50 Prozent zugelegt. Am Freitag verlor sie fast sieben Prozent auf 12,75 Euro. Hinter dieser Kursschwäche steckt keine Panik — aber zwei anstehende Termine, die zeigen werden, ob der Konzernumbau trägt.
Gold frisst Margen
Ein Kostentreiber bleibt im Halbleitergeschäft selten so sichtbar wie bei Ams Osram: der Goldpreis. Das Edelmetall ist in der LED-Produktion unverzichtbar — und teuer. Bereits 2025 entstanden dadurch außerordentliche Mehrkosten von rund 35 Millionen Euro.
Für das erste Quartal 2026 rechnet Finanzchef Rainer Irle mit einer kombinierten Belastung aus Goldpreis und starkem US-Dollar von rund 50 Millionen Euro. Sollte Gold im Jahresdurchschnitt bei 5.000 Dollar je Unze bleiben, kämen nochmals rund 60 Millionen Euro Mehrkosten hinzu. Das würde die Konzernmarge um etwa zwei Prozentpunkte drücken.
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7. Mai: Erster Stresstest
Am 7. Mai legt Ams Osram die Zahlen für Q1 2026 vor. Das Management hatte einen Umsatz zwischen 710 und 810 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die bereinigte EBITDA-Marge dürfte auf rund 15 Prozent sinken — nach 18,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Entscheidend wird sein, wie gut der Konzern die Rohstoffkosten operativ auffängt. Kein Wunder, dass Analysten gespalten sind: Barclays-Analyst Simon Coles senkte sein Kursziel auf 10 Schweizer Franken und blieb bei „Equal Weight“. Als Hauptgrund nennt er gedämpfte Smartphone-Nachfrage durch veränderte Kundensaisonalität. UBS-Analyst Harry Blaiklock sieht das anders. Er hob sein Kursziel auf 13,40 Franken an und bekräftigte die Kaufempfehlung — gestützt auf Ams Osrams MicroLED-Arrays für optische KI-Interconnects in Rechenzentren. Nennenswerte Umsätze aus diesem Bereich erwartet UBS allerdings erst ab 2028.
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Kartellamt als Schlüssel zur Entschuldung
Das strukturell wichtigere Ereignis ist die ausstehende Entscheidung des Bundeskartellamts. Es prüft den geplanten Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro. Das Kartellamt soll noch im zweiten Quartal entscheiden.
Fällt die Genehmigung, kann Ams Osram zwei hochverzinsliche Anleihen mit Kupons von bis zu 12,25 Prozent ablösen. Die jährlichen Finanzierungskosten würden von rund 300 auf unter 150 Millionen Euro sinken. Die Verschuldungsquote fiele von 3,3 auf etwa 2,5. Den Lampenverkauf hat das Unternehmen bereits abgeschlossen: Das Entertainment- und Industrielampengeschäft ging im März für 114 Millionen Euro an den japanischen Anbieter Ushio.
Bis 2030 peilt Ams Osram im Halbleitersegment ein mittleres bis hohes einstelliges jährliches Umsatzwachstum mit einer EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent an. Das Auftragsbuch umfasst bereits über fünf Milliarden Euro. Die Hauptversammlung am 10. Juni dürfte dann mit einer Kartellentscheidung im Rücken stattfinden — und damit den nächsten konkreten Schritt auf diesem Weg markieren.
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