Smarte Brillen als Milliardenmarkt, Schulden halbiert, Stellenabbau läuft — Ams Osram skizziert eine ambitionierte Neuausrichtung. Und das kurz vor den Quartalszahlen, die zeigen müssen, ob die Strategie trägt.
AR-Brillen: Markt im Frühstadium, Ambitionen groß
CEO Aldo Kamper rechnet damit, dass Anfang der 2030er-Jahre weltweit 50 bis 100 Millionen smarte Brillen pro Jahr verkauft werden. Zur Mitte des Jahrzehnts könnte es noch mehr sein. Das klingt nach viel — ist aber gemessen am Smartphone-Markt noch immer eine Nische. Laut dem Marktforscher IDC lag der weltweite Absatz von AR/VR-Headsets 2024 weit unter dem Niveau klassischer Endgeräte.
Ams Osram positioniert sich dabei nicht als Brillenhersteller, sondern als Komponentenlieferant. Das Unternehmen bündelt Lichtemission, optische Sensorik und Halbleitertechnologie unter dem Begriff „digitale Photonik“ — ein Ansatz, der auch für Biosensing, Robotik und KI-Rechenzentren relevant sein soll.
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Hinzu kommt ein weiteres Wachstumsfeld: intelligente LED-Technologien für Fahrzeuge und Unterhaltungselektronik. Aktuell bringen sie Erlöse im zweistelligen Millionenbereich. Für 2028 peilt Kamper mehr als 100 Millionen Euro Umsatz an. Auch Lasersysteme für den Rüstungssektor nennt das Management als Wachstumsoption — die Umsätze dort sind bislang aber noch überschaubar.
Entschuldung als Fundament
Die Wachstumsstory hat einen Haken: Ams Osram sitzt auf rund zwei Milliarden Euro Schulden. Der Verkauf eines Geschäftsbereichs an Infineon — von Kamper als „chirurgischer Eingriff“ bezeichnet — soll etwa ein Drittel davon abtragen und das Rating verbessern. Die jährliche Zinslast soll sich dadurch innerhalb von zwei Jahren von 300 auf 150 Millionen Euro halbieren.
Parallel läuft das Sparprogramm „Simplify“: bis 2028 rund 200 Millionen Euro Einsparungen auf Run-Rate-Basis, verbunden mit dem Abbau von etwa 2.000 Stellen, davon rund die Hälfte in Europa.
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Q1-Zahlen als erster Test
Für das erste Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 710 und 810 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 15 Prozent liegen — nach 18,3 Prozent im Vorjahr. Belastend wirken ein starker US-Dollar und hohe Goldpreise, die die Chipherstellung verteuern. Der Effekt: rund 50 Millionen Euro weniger Ergebnis.
An der Börse ist die Stimmung trotzdem gut. Die Aktie notiert bei 13,35 Euro — ein Plus von über 57 Prozent seit Jahresbeginn und knapp 82 Prozent im Zwölf-Monats-Vergleich. Damit notiert sie allerdings auch deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt, was die hohe Erwartungshaltung spiegelt.
Langfristig peilt Kamper Margen von über 25 Prozent und die Positionierung als „Digital Photonics Leader“ bis 2030 an. Eine Design-Win-Pipeline von über fünf Milliarden Euro aus dem Jahr 2025 soll diesen Anspruch untermauern. Ob die Q1-Zahlen und der Ausblick auf das erste Halbjahr diese Bewertung rechtfertigen, zeigt sich in den kommenden Tagen.
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