Zwei Ereignisse in einer Woche — das ist die Situation, in der sich ams OSRAM gerade befindet. Am 7. Mai legt der Halbleiterspezialist seine Q1-Zahlen vor. Kurz darauf erwartet das Unternehmen die Entscheidung des Bundeskartellamts zum Verkauf des Sensorgeschäfts an Infineon. Beide Weichenstellungen könnten den Kurs in unterschiedliche Richtungen ziehen.
Schwaches Quartal erwartet — Goldpreis ist das Problem
Die Erwartungen für Q1 sind bewusst niedrig angesetzt. Das Management peilt einen Umsatz zwischen 710 und 810 Millionen Euro an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 15 Prozent liegen — gegenüber 18,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Hauptbremse ist der Goldpreis. Gold ist in der LED-Produktion unverzichtbar. Steigt der Preis, steigen direkt die Kosten. Finanzchef Rainer Irle rechnet für Q1 mit einer kombinierten Belastung aus Goldpreis und starkem US-Dollar von rund 50 Millionen Euro. Sollte Gold im Jahresdurchschnitt 2026 bei 5.000 US-Dollar je Unze notieren, kämen weitere 60 Millionen Euro Mehrkosten gegenüber dem Vorjahr hinzu.
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Infineon-Deal soll Schulden abbauen
Parallel läuft das Kartellverfahren zum Verkauf des nichtoptischen Sensorgeschäfts. Infineon zahlt rund 570 Millionen Euro. Der Abschluss steht noch unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen — das Bundeskartellamt soll noch im zweiten Quartal entscheiden.
Die Erlöse fließen voraussichtlich in den Schuldenabbau. Der Pro-forma-Verschuldungsgrad soll von 3,3 auf rund 2,5 sinken. Rund 230 Mitarbeitende wechseln im Zuge der Transaktion in Infineons Einheit „Sensor Units & Radio Frequency“.
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MicroLED als Wette auf 2028
Längerfristig setzt ams OSRAM auf Digital Photonics. Ein neuer microLED-Array-Prototyp erreicht Grenzfrequenzen über 1 GHz bei einem Energieverbrauch unter 2 pJ pro Bit. Für Rechenzentrumsbetreiber, die mit steigenden Kühlkosten kämpfen, ist das ein konkreter Vorteil: weniger Strom, weniger Abwärme.
UBS-Analyst Harry Blaiklock hat sein Kursziel auf 13,40 CHF angehoben und bleibt bei „Kaufen“. Er sieht ab 2028 einen nennenswerten Umsatzbeitrag aus der MicroLED-Technologie. Skeptischer ist Barclays: Analyst Simon Coles senkte sein Kursziel auf 10 CHF und stuft die Aktie mit „Equal Weight“ ein. Er verweist auf veränderte Saisonalität bei Smartphone-Einführungen.
Die Aktie schloss am Freitag bei 12,75 Euro — ein Tagesverlust von knapp 7 Prozent. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Plus von 50 Prozent. Das Management selbst bezeichnet 2026 als Übergangsjahr. Bis 2030 peilt der Konzern eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent an — von aktuell 15 Prozent ist das noch ein weiter Weg.
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