Der Halbleiterhersteller ams-OSRAM steht vor entscheidenden Wochen. Das Unternehmen treibt seine Restrukturierung mit Volldampf voran – und die Aktionäre bekommen es zu spüren. Seit dem Jahreshöchstkurs von 23 Dollar vor einer Woche hat die Aktie massiv nachgegeben: Heute verliert sie weitere 4 Prozent auf 13,05 Dollar. In den letzten sieben Tagen summiert sich das Minus auf 36 Prozent.
Grund für die Rallye davor und den jetzigen Rutsch: Die Sanierung nimmt konkrete Formen an, doch die Unsicherheit bleibt. Die zentrale Frage: Gelingt der finale Schritt?
Verkauf an Infineon als Hebel
Ein Kernelement des Plans ist der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro. Mit dem Geld will das Management die Nettoverschuldung von 3,3 auf etwa 2,5 drücken. Gleichzeitig schärft ams-OSRAM sein Profil als Spezialist für optische Halbleiter – besonders gefragt in Autos, Augmented Reality und Glasfaserverbindungen für KI-Rechenzentren.
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Die Analysten von JPMorgan sehen darin Potenzial. Sie hoben das Kursziel auf 23,60 Euro und stuften die Aktie auf „Overweight“ hoch.
Milliarden-Anleihe senkt Zinskosten
Parallel zur Portfoliobereinigung sichert sich ams-OSRAM frische Liquidität. Im Mai platzierte das Unternehmen vorrangige Schuldverschreibungen über eine Milliarde Euro mit einem Kupon von 7,25 Prozent und Laufzeit bis 2032. Die Mittel dienen dazu, teure Altschulden abzulösen.
Ziel: Die jährlichen Finanzierungskosten halbieren. Für das laufende zweite Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 15,5 Prozent.
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Hauptversammlung unter besonderen Vorzeichen
Am 5. Juni findet die ordentliche Hauptversammlung in Premstätten statt. Auf der Tagesordnung stehen Neuwahlen für zwei Aufsichtsratsposten und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Aktionäre, die abstimmen wollen, müssen bis Ende dieser Woche im Aktienregister eingetragen sein.
Angesichts der Kursrallye von mehr als 140 Prozent im Jahresverlauf dürften die Anteilseigner besonders genau hinschauen, wie weit das Sanierungsprogramm „Re-establish the Base“ gediehen ist.
Ausblick: Entscheidung der Kartellbehörden
Trotz aller Fortschritte bleibt ein Risiko: Der Infineon-Deal braucht noch die kartellrechtliche Genehmigung. Die Behörden entscheiden voraussichtlich im zweiten Quartal. Klappt der Abschluss, kann ams-OSRAM den Schuldenabbau beschleunigen und die Basis für eine nachhaltige Erholung legen.
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