Ams Osram steht vor einer entscheidenden Woche für die Bilanzsanierung. Der Kurs korrigierte am Freitag zwar um 3,15 Prozent auf 21,50 Euro, liegt seit Jahresbeginn aber immer noch mit rund 153 Prozent im Plus. In den kommenden Tagen entscheidet sich nun, wie schnell der Halbleiterhersteller seine finanzielle Stabilität zurückgewinnt.
Entlastung bei den Zinskosten
Am 1. Juni vollzieht das Unternehmen die Emission einer neuen Anleihe über eine Milliarde Euro. Das Papier ist mit einem Kupon von 7,25 Prozent ausgestattet und läuft bis 2032. Mit dem frischen Kapital löst der Konzern teure Altschulden ab, die teilweise mit über 12 Prozent verzinst waren.
Diese Umschuldung spart dem Unternehmen jährlich rund 40 Millionen Euro an Zinszahlungen. Es ist ein zentraler Baustein, um ab dem Geschäftsjahr 2027 einen positiven freien Cashflow zu erreichen. Die hohe Nachfrage der Investoren erlaubte es dem Management, das Volumen der Anleihe im Vorfeld aufzustocken.
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Warten auf das Bundeskartellamt
Parallel dazu rückt der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon in die finale Phase. Das Volumen der Transaktion beläuft sich auf 570 Millionen Euro. Eine Entscheidung der Wettbewerbshüter wird noch für das laufende Quartal erwartet.
Ein grünes Licht aus Berlin hätte unmittelbare Folgen für die Bilanz. Der Verschuldungsgrad würde rechnerisch von 3,3 auf etwa 2,5 sinken. Rund 230 Mitarbeiter aus der Forschung und Entwicklung wechseln im Zuge des Deals den Arbeitgeber, während ein mehrjähriges Lieferabkommen die operative Verbindung sichert.
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Frist für die Hauptversammlung
Für Aktionäre endet an diesem Wochenende eine wichtige Frist. Wer auf der Hauptversammlung am 10. Juni in Premstätten abstimmen möchte, muss seinen Anteilsbesitz bis zum 31. Mai nachweisen. Auf der Tagesordnung steht neben der Neuwahl von zwei Aufsichtsräten die strategische Neuausrichtung.
Das Halbleiter-Kernportfolio wuchs zuletzt um neun Prozent. Besonders im Bereich KI-gestützter Smart Glasses und optischer Verbindungen für Rechenzentren sieht das Management neue Wachstumschancen. Für das Gesamtjahr 2026 wird ein freier Cashflow von über 300 Millionen Euro angestrebt.
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