Ams Osram Aktie: 40 Millionen Zinsersparnis ab 2027

Ams Osram treibt den Konzernumbau voran: Infineon-Deal, günstigere Refinanzierung und strategische Neuausrichtung des Standorts Premstätten.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Infineon-Übernahme für 570 Millionen Euro
  • Milliardenanleihe senkt Zinslast um 40 Millionen
  • Premstätten wird zum Auftragsfertiger
  • Hauptversammlung am 10. Juni anberaumt

Selten verdichten sich bei einem Unternehmen so viele strategische Weichenstellungen in wenigen Tagen. Bei Ams Osram schließen sich gerade der Infineon-Deal, eine milliardenschwere Anleiherefinanzierung und die Hauptversammlung am 10. Juni zu einem Bild zusammen, das den Umbau des Konzerns in eine neue Phase trägt.

Infineon zahlt 570 Millionen Euro

Das Closing des Verkaufs des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon wird noch im zweiten Quartal 2026 erwartet. Der deutsche Chipriese übernimmt das Portfolio aus den Bereichen Industrie, Medizin und Automotive — inklusive aller relevanten Patente. Rund 230 Mitarbeitende wechseln zum Käufer, 70 davon vom Standort Premstätten.

Die Fertigungsanlagen bleiben bei Ams Osram. Das Unternehmen wird Infineon über mehrere Jahre Produktionsdienstleistungen liefern — ein Arrangement, das den Übergang absichert und die Auslastung des Werks stützt.

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Refinanzierung spart 40 Millionen Euro jährlich

Parallel läuft die Anleiherefinanzierung auf die Zielgerade. Ams Osram hat Senior Notes über 1 Milliarde Euro mit einer Laufzeit bis 2032 und einem Kupon von 7,25 Prozent platziert — wegen starker Nachfrage wurde das Volumen aufgestockt. Die Erlöse fließen in die vollständige Tilgung von US-Dollar-Notes mit einem Kupon von 12,25 Prozent sowie in die Teilrückzahlung von Euro-Notes mit 10,5 Prozent.

Das Ergebnis ist spürbar: Ab 2027 sinkt die jährliche Zinslast um rund 40 Millionen Euro. Das übergeordnete Ziel ist ambitionierter — die Finanzierungskosten sollen bis 2028 von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro fallen.

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Premstätten als Auftragsfertiger neu positioniert

Der steirische Standort bleibt trotz des Teilverkaufs strategischer Kern. Bis 2030 investiert Ams Osram dort 600 Millionen Euro in den Ausbau des Halbleiterwerks. Künftig soll Premstätten als Auftragsfertiger für kleinere und mittelgroße europäische Unternehmen dienen — etwa für kundenspezifische Chips in der Industrie und im Defense-Bereich. CEO Aldo Kamper nennt ferner intelligente Scheinwerferlösungen, Augmented-Reality-Brillen und optische Datenverbindungen für Rechenzentren als Wachstumsfelder.

Eine offene Baustelle bleibt das Werk in Kulim: Der Leerstand kostet jährlich einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Findet das Unternehmen einen neuen Leasingnehmer, fallen langfristige Verbindlichkeiten von rund 400 Millionen Euro weg — ein erheblicher Bilanzentlastungseffekt.

Das operative Fundament hält. Im ersten Quartal 2026 erzielte Ams Osram einen Umsatz von 796 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,5 Prozent — am oberen Ende der eigenen Prognose. Das Kernportfolio wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent. Auf der Hauptversammlung am 10. Juni stehen neben der Entlastung für 2025 auch zwei Aufsichtsratsmandate zur Neubesetzung an, da die Mandate von Andreas Gerstenmayer und Arunjai Mittal auslaufen.

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