Die Schulden drücken schon lange auf die Bilanz von Ams Osram – jetzt kommt Bewegung in die Sache. Der österreichisch-schweizerische Konzern verkauft Teile seines Sensorgeschäfts für 570 Millionen Euro an Infineon. Mit dem Deal sinkt die Verschuldung deutlich schneller als ursprünglich geplant. Die Aktie reagierte prompt: Ein Kurssprung von rund elf Prozent am Mittwoch brachte die Papiere zurück auf das Niveau vom Jahresanfang.
Verkauft wird das Geschäft mit nicht-optischen Sensoren für Automobil-, Industrie- und Medizintechnik. Rund 230 Mitarbeiter wechseln zu Infineon, Produktionsstätten bleiben aber bei Ams Osram. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Analysten bewerten den Kaufpreis durchweg als attraktiv – die Entlastung der Bilanz verschafft dem Management endlich Luft zum Atmen.
Fokus auf digitale Photonik
Mit dem Verkauf vollzieht Ams Osram eine strategische Neuausrichtung. Das Unternehmen konzentriert sich künftig auf optische Halbleiter – ein Bereich, den Konzernchef Aldo Kamper als „Photonic Powerhouse“ bezeichnet. Die Technologie findet Anwendung in der Autoindustrie, bei Augmented-Reality-Brillen, in der Robotik und für optische Datenverbindungen in KI-Rechenzentren. Das traditionelle Autolampen-Geschäft samt Ersatzlampen bleibt im Konzern und soll mit seinem stetigen Mittelzufluss das Wachstum im Halbleiter-Segment stützen.
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Bis 2030 peilt Ams Osram im Bereich Semiconductors jährliche Wachstumsraten im mittleren bis hohen einstelligen Bereich an. Die bereinigte operative Marge soll mindestens 25 Prozent erreichen. Der Pro-forma-Verschuldungsgrad sinkt durch den Deal auf 2,5 – ein deutlicher Fortschritt für ein Unternehmen, das lange unter seiner Schuldenlast litt.
Übergangsphase mit Dämpfer
Für 2026 dämpft der Konzern allerdings die Erwartungen. Die bereinigte operative Marge wird vorübergehend niedriger ausfallen – bedingt durch die Veräußerung und einen zeitweisen Kostenüberhang. Analysten der ZKB sehen das laufende Jahr als Übergangsjahr mit tendenziell schwächeren Ergebnissen. Die strategische Neuausrichtung benötige Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
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Vontobel-Analyst Mark Diethelm weist darauf hin, dass der Verkauf des hochmargigen Sensor-Geschäfts auch seinen Preis hat. Der freie Mittelzufluss dürfte zwischen 2026 und 2029 unter Druck bleiben. Die neuen Wachstumsziele für das Halbleiter-Geschäft fallen zudem niedriger aus als zuvor erwartet. JPMorgan belässt die Aktie bei „Underweight“ mit einem Kursziel von 5,35 Franken – trotz Schuldenabbau und stärkerer Fokussierung.
Die Ankündigung, strategische Optionen für Unternehmensteile mit Erlösen von deutlich über 500 Millionen Euro zu prüfen, kam bereits im Frühjahr 2025. Dass nun tatsächlich ein Deal zustande kommt, verschafft Ams Osram finanzielle Flexibilität. Ob daraus auch operativer Erfolg wird, muss sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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