ams OSRAM Aktie: Infineon-Deal entscheidet!

Die Aktie von ams OSRAM profitiert von der Hoffnung auf eine beschleunigte Entschuldung. Der Verkauf eines Geschäftsbereichs an Infineon könnte die Zinslast halbieren, doch die finale Genehmigung steht noch aus.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldpreis belastet aktuell die EBITDA-Marge
  • Verkauf an Infineon soll Zinsaufwendungen deutlich senken
  • Moody's hebt Ausblick auf "positiv" an
  • Analysten bewerten kurzfristige und langfristige Potenziale

Seit Jahresbeginn hat die ams-OSRAM-Aktie fast 36 Prozent zugelegt — und notiert damit weit über dem 200-Tage-Durchschnitt. Hinter dem Kursanstieg steckt eine klare Wette: dass der Konzern seinen Schuldenberg schneller abbaut als befürchtet. Ob diese Wette aufgeht, hängt gerade an einer einzigen Behörde.

Goldpreis frisst Quartalsmarge

Das Kernproblem ist konkret. Gold ist in der LED-Produktion unverzichtbar — und der historisch hohe Goldpreis schlägt direkt auf die Zahlen durch. Finanzchef Rainer Irle rechnet für das laufende erste Quartal mit einer kombinierten Belastung aus Goldpreis und starkem US-Dollar von rund 50 Millionen Euro.

Die Folge: Die bereinigte EBITDA-Marge sinkt von 18,3 Prozent im Vorjahresquartal auf rund 15 Prozent — bei Erlösen von etwa 760 Millionen Euro. Bleibt Gold dauerhaft auf hohem Niveau, wird es teurer. Bei einem Jahresdurchschnittspreis von 5.000 US-Dollar je Unze kalkuliert das Management mit weiteren 60 Millionen Euro Mehrkosten. Das würde die Marge des OS-Segments um rund vier Prozentpunkte drücken.

Dass der Markt dennoch positiv reagierte, liegt am Trading-Update Anfang April. Verbesserte Margen und gestiegene Aufträge für optische Sensoren in Automotive- und KI-Anwendungen überzeugten Investoren vorerst.

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Alles hängt am Kartellamt

Der eigentliche Hebel für die Entschuldung liegt woanders. ams OSRAM will zwei hochverzinsliche Anleihen mit Zinssätzen von 10,50 und 12,25 Prozent ablösen — Gesamtvolumen: 625 Millionen Euro plus 400 Millionen US-Dollar. Die jährlichen Zinsaufwendungen von rund 300 Millionen Euro sollen damit auf unter 150 Millionen Euro halbiert werden.

Das Geld dafür kommt aus Unternehmensverkäufen. Knapp 670 Millionen Euro sind eingeplant. Das größte Einzelstück: der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro. Dabei wechseln Sensorprodukte, geistiges Eigentum und rund 230 Entwickler zu Infineons Einheit SURF. Das Bundeskartellamt soll im zweiten Quartal entscheiden.

Moody’s hat den Ausblick bereits von „stabil“ auf „positiv“ angehoben — bei unverändertem „B3″-Rating. Als Treiber nennt die Agentur genau diese Verkaufserlöse. Ein Zeichen, dass der Markt die Entschuldungsstory ernst nimmt.

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Analysten mit unterschiedlichen Zeithorizonten

Barclays-Analyst Simon Coles senkte das Kursziel von 11 auf 10 Schweizer Franken und behielt „Equal Weight“ bei. Sein Argument: veränderte Kundensaisonalität bei Smartphone-Einführungen belastet die kurzfristige Nachfrage.

UBS bleibt bei „Buy“ mit 13,40 CHF Kursziel — gestützt auf das microLED-Potenzial für KI-Rechenzentren. Allerdings: Nennenswerter Umsatz aus diesem Segment ist laut Analysten vor 2028 nicht zu erwarten.

Am 7. Mai legt ams OSRAM die offiziellen Q1-Zahlen vor. Halten die Margen trotz Rohstoffkosten, könnte das Netto-Schulden-EBITDA-Verhältnis von aktuell 3,3x auf rund 2,5x sinken — und das Kartellamt-Urteil zu Infineon würde den Rest erledigen.

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Über Dieter Jaworski 3084 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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