Der österreichisch-deutsche Technologiekonzern ams OSRAM verabschiedet sich von Randbereichen und richtet sich konsequent als reiner Halbleiter-Photonik-Spezialist aus. Mit dem nahenden Jahresbericht am Freitag rückt nun die finanzielle Realität dieses tiefgreifenden Strategiewechsels in den Vordergrund. Zwei millionenschwere Unternehmensverkäufe sollen die Bilanz entlasten und den Weg für profitables Wachstum in Märkten wie Automobil, Medizintechnik und Robotik ebnen.
Frisches Kapital durch Spartenverkäufe
Um die Schuldenlast zu drücken, trennt sich das Management von nicht-optischen Geschäftsbereichen. Der Verkauf der Unterhaltungs- und Industrielampen an den japanischen Ushio-Konzern für 114 Millionen Euro ist bereits formal abgeschlossen. Deutlich mehr Gewicht hat die Anfang Februar unterzeichnete Vereinbarung mit Infineon: Für 570 Millionen Euro wechselt das Mixed-Signal-Sensorgeschäft den Besitzer. Zusammen spülen diese Transaktionen rund 670 Millionen Euro in die Kassen. Der Pro-forma-Verschuldungsgrad des Konzerns sinkt dadurch auf 2,5, womit die mittelfristige Zielmarke von unter 2,0 greifbar wird.
Operative Fortschritte treffen auf Gegenwind
Die vorab veröffentlichten Eckdaten für das abgelaufene Jahr belegen eine erste Stabilisierung. Der Nettoverlust schrumpfte von 786 Millionen Euro auf 130 Millionen Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge auf 18,3 Prozent kletterte. An der Börse reagieren Anleger aktuell dennoch zurückhaltend. Bei einem Kurs von 8,99 Euro verzeichnete das Papier am Dienstag leichte Abgaben von knapp 2,5 Prozent und notiert damit unmittelbar unter der 50-Tage-Linie.
Diese Zurückhaltung am Markt korreliert mit dem kurzfristigen Ausblick: Für 2026 rechnet das Management aufgrund der Verkäufe und negativer Währungseffekte mit einem moderaten Umsatzrückgang. Zudem belasten Einmaleffekte und sogenannte Stranded Costs das operative Ergebnis. Ein neues Transformationsprogramm soll bis 2028 weitere 200 Millionen Euro einsparen, betrifft allerdings auch rund 2.000 Mitarbeiter.
Milliarden-Aufträge als Fundament
Wenn am 20. März die vollständigen Zahlen für 2025 präsentiert werden, liegt das Hauptaugenmerk der Investoren auf der zukünftigen Auftragslage. Das Unternehmen geht mit konkreten Projektzusagen in die neue Berichtsperiode: Die neu gewonnenen Halbleiter-Aufträge (Design Wins) erreichten im vergangenen Jahr mit über 5 Milliarden Euro ein Rekordniveau, getrieben vor allem durch den Automobilsektor. Diese vertraglich fixierten Volumina bilden die Basis, um das angestrebte Umsatzwachstum im neuen Kerngeschäft der digitalen Photonik in den kommenden Quartalen zu realisieren.
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