Der Halbleiterkonzern ams OSRAM steht vor einer finanziellen Zäsur. Mit dem geplanten Verkauf des Sensorgeschäfts an Infineon rückt eine massive Reduzierung der drückenden Zinslast in greifbare Nähe. Anleger honorieren diese Aussicht bereits, allerdings hängt der endgültige Erfolg der Umschichtung noch an der Zustimmung der Wettbewerbshüter.
Zinslast vor der Halbierung
Seit Ende März hat das Management die Möglichkeit, zwei teure Anleihen mit Zinssätzen von bis zu 12,25 Prozent vorzeitig abzulösen. Insgesamt geht es um ein Volumen von 625 Millionen Euro und 400 Millionen US-Dollar. Gelingt dieser Schritt, würden sich die jährlichen Finanzierungskosten von 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro halbieren. Diese finanzielle Entlastung spiegelt sich in der jüngsten Marktreaktion wider: Allein in den vergangenen sieben Tagen kletterte der Kurs um gut 21 Prozent auf zuletzt 11,25 Euro.
Den Erlös aus dem Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon Technologies nutzt das Unternehmen primär zur Finanzierung dieser Umschichtung. Das Bundeskartellamt muss diesen Asset Deal jedoch noch absegnen. Eine Entscheidung wird für das laufende zweite Quartal 2026 erwartet. Gibt die Behörde grünes Licht, sinkt der Verschuldungsgrad des Unternehmens durch den Verkaufserlös von 3,3 auf rund 2,5.
Kurzfristiger Gegenwind trifft auf KI-Fantasie
Operativ muss das Unternehmen kurzfristig Gegenwind verkraften. Volatile Edelmetallpreise und ein starker US-Dollar sorgen allein im ersten Quartal für Belastungen von rund 50 Millionen Euro. Entsprechend gespalten blicken Marktexperten auf die aktuelle Bewertung und die anstehenden Zahlen:
- UBS: Kursziel 13,40 CHF („Buy“) – Fokus auf künftige Marktanteile durch MicroLED-Technologie in KI-Datenzentren ab 2028.
- Barclays: Kursziel 10,00 CHF („Equal Weight“) – Skepsis aufgrund einer veränderten Kundensaisonalität bei neuen Smartphones.
- Q1-Prognose (Unternehmen): Erwartet werden rund 760 Millionen Euro Umsatz bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 15 Prozent.
Der detaillierte Geschäftsbericht im April sowie die offiziellen Quartalszahlen am 7. Mai liefern die nächsten harten Fakten. Diese Termine werden belegen, inwieweit die Infineon-Millionen den Schuldenabbauplan stützen und ob die angestrebte operative Stabilisierung bereits die Profitabilität erreicht.
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