Der Umbau bei ams OSRAM nimmt Fahrt auf — und er hat seinen Preis. Das Transformationsprogramm „Simplify“ kostet rund 2.000 Beschäftigte ihren Job, während zwei Unternehmensverkäufe knapp 670 Millionen Euro in die Kasse spülen. Der Konzern setzt alles auf eine Karte: schlanker werden, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Stellenabbau trifft vor allem Deutschland
Im Rahmen von „Simplify“ strebt ams OSRAM bis 2028 Einsparungen von 200 Millionen Euro auf Run-Rate-Basis an. Von den rund 2.000 betroffenen Stellen entfällt etwa die Hälfte auf Europa — und der Löwenanteil davon auf Deutschland.
Am stärksten trifft es Regensburg, wo im Halbleitergeschäft eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen wegfällt. Der Standort soll künftig auf hochautomatisierte Produktion umgestellt werden. In Herbrechtingen sind rund 250 Beschäftigte in den Lampenaktivitäten von Maßnahmen betroffen, die sich bis 2029 erstrecken. Das Werk in Schwabmünchen bei Augsburg wird geschlossen — laut IG Metall verlieren dort etwa 270 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz.
Parallel dazu baut das Unternehmen Kapazitäten selektiv in Asien aus.
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Verkäufe drücken den Verschuldungsgrad
Den finanziellen Spielraum für den Umbau schafft ams OSRAM über zwei Veräußerungen: Das nicht-optische Analog- und Mixed-Signal-Sensorgeschäft geht für 570 Millionen Euro an Infineon Technologies, ein weiterer Deal mit Ushio bringt 114 Millionen Euro. Rund 230 Mitarbeitende aus Forschung und Entwicklung wechseln im Zuge des Infineon-Deals zur Infineon-Einheit SURF.
Ab dem 30. März 2026 können zwei hochverzinsliche Anleihen aus dem Jahr 2023 vorzeitig gekündigt werden — genau der Moment, auf den das Management die Verkaufserlöse ausgerichtet hat. Der Pro-forma-Verschuldungsgrad soll dadurch von 3,3 auf 2,5 sinken.
Vorsichtiger Ausblick, ehrgeizige Langfristziele
Für das erste Quartal 2026 erwartet ams OSRAM Erlöse von rund 760 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent — belastet durch saisonale Effekte und den Wegfall der verkauften Sparten. Im Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern mit einem leichten Umsatzrückgang, unter anderem wegen eines schwächeren Dollars und Einmaleffekten aus den Veräußerungen.
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Das Gesamtjahr 2025 schloss ams OSRAM mit einem Umsatz von 3,32 Milliarden Euro ab, drei Prozent unter Vorjahr. Ein Lichtblick: Design-Wins im Halbleiterbereich erreichten mit über 5 Milliarden Euro ein Allzeithoch — ein Indikator für künftige Umsatzpotenziale.
Ab 2027 peilt das Management im Halbleitersegment einstelliges Wachstum und Margen von über 25 Prozent an. Der strategische Fokus liegt auf „Digital Photonics“ — der Verbindung optischer Halbleiter mit intelligenter Elektronik für Anwendungen in Automobilen, AR-Brillen, Biosensorik, Robotik und KI-Rechenzentren.
Konkrete Zwischenbilanz liefert zunächst der Detailgeschäftsbericht im April 2026, gefolgt von den Q1-Zahlen am 7. Mai 2026. Dann wird sich zeigen, ob der Schuldenabbau das angepeilte Tempo hält und „Simplify“ erste Spuren in der Marge hinterlässt.
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