Ams Osram Aktie: Verkauf als Rettungsanker?

Ams Osram realisiert ersten großen Assetverkauf für 114 Millionen Euro und verbessert trotz Umsatzrückgang die Profitabilität deutlich. Das Unternehmen stärkt seine Liquidität für den Schuldenabbau.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Verkauf des Entertainment & Industry Lamps-Geschäfts an Ushio
  • Bereinigte EBITDA-Marge steigt um 240 Basispunkte
  • Neue Halbleiteraufträge im Wert von 2,5 Milliarden Euro
  • Verfügbare Liquidität von über 1,1 Milliarden Euro

Das österreichisch-deutsche Technologieunternehmen stemmt sich gegen anhaltende Marktherausforderungen – und setzt dabei auf einen radikalen Kurs: den Verkauf nicht-strategischer Geschäftsbereiche. Jetzt wurde der erste große Deal im Rahmen des beschleunigten Deleveraging-Plans verkündet. Kann diese Strategie die Aktie aus dem Abwärtstrend befreien?

Düstere Umsatzrealität trotz Guidance-Erfüllung

Auf den ersten Blick lieferte Ams Osram im zweiten Quartal solide Zahlen. Der Umsatz von 775 Millionen Euro traf exakt die Mitte der Prognose, die bereinigte EBITDA-Marge von 18,8 Prozent übertraf sogar leicht die Erwartungen. Doch der Schein trügt:

Die eigentliche Geschichte spielt sich hinter den Kulissen ab. Quartalsübergreifend brach der Umsatz um 5 Prozent ein – getrieben von einer massiven Lagerkorrektur im US-Automotive-Aftermarket und einem deutlich schwächeren US-Dollar. Bei konstanten Wechselkursen wären die Erlöse um 35 Millionen Euro höher ausgefallen.

Überraschungscoup: 114 Millionen Euro-Deal mit Ushio

Parallel zu den Quartalszahlen kam die Meldung, die alles in den Schatten stellt: Ams Osram verkauft sein Entertainment & Industry Lamps-Geschäft an den japanischen Optik-Spezialisten Ushio Inc. für 114 Millionen Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Ams Osram?

Der Deal markiert den Startschuss für den im April angekündigten beschleunigten Schuldenabbau. Das veräußerte Geschäft mit 170 Millionen Euro Umsatz (2024) und 500 Mitarbeitern umfasst:
– Speziallichtquellen für Infrastruktur- und Kinoanwendungen
– Hochentwickelte Lichtquellen für Halbleiter-Fertigungsanlagen
– Einen profitablen, aber nicht-strategischen Geschäftsbereich

Profitabilitätswende trotz Umsatzrückgang

Trotz der schwierigen Marktbedingungen gelang eine bemerkenswerte Kehrtwende: Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 240 Basispunkte zum Vorquartal. Das bereinigte Nettoergebnis drehte von einem Verlust von 23 Millionen Euro auf ein Plus von 18 Millionen Euro.

Treiber dieser Entwicklung ist das Effizienzprogramm „Re-establish the Base“, das bereits Einsparungen von 160 Millionen Euro realisierte. Doch reicht das aus, um die strukturellen Herausforderungen zu meistern?

Zukunftsaussichten: Lichtblicke im Design-Win-Geschäft

Während das aktuelle Geschäft kämpft, sichert sich Ams Osram die Zukunft: Im ersten Halbjahr 2025 verbuchte das Unternehmen neue Halbleiteraufträge im Wert von 2,5 Milliarden Euro. Besonders im Automobilbereich glückten bedeutende Deals, darunter Design-Wins für die EVIYOS-Technologie mit einem Lebenszeitwert von 0,5 Milliarden Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Ams Osram?

Für das dritte Quartal prognostiziert der Konzern einen Umsatz von 790-890 Millionen Euro bei einer Marge von 19,5 Prozent (±1,5 Prozentpunkte). Die Jahresprognose für einen positiven Free Cashflow von über 100 Millionen Euro wurde bestätigt.

Finanzielle Manövriermasse vorhanden

Zur Unterstützung der Strategie stärkte Ams Osram seine Liquidität:
– Revolvierende Kreditfazilität (800 Mio. €) bis September 2027 verlängert
– Senior Notes im Wert von 500 Millionen Euro platziert
– Verfügbare Liquidität: über 1,1 Milliarden Euro

Die Netto-Verschuldung stieg zwar leicht auf 1,57 Milliarden Euro, doch das Management zeigt Entschlossenheit: Das Ziel bleibt eine Netto-Verschuldung von unter 2x bereinigtem EBITDA.

Die Aktie notiert bei 10,32 Euro und bleibt damit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,62 Euro. Die jüngste Erholung um 2,58 Prozent in einer Woche deutet darauf hin, dass Investoren den eingeschlagenen Kurs first vorsichtig honorieren. Die entscheidende Frage: Schafft es Ams Osram, durch weitere Verkäufe und operativen Turnaround nachhaltig zu überzeugen?

Ams Osram: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ams Osram-Analyse vom 17. März liefert die Antwort:

Die neusten Ams Osram-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ams Osram-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Ams Osram: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Felix Baarz 2298 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.