Der Konzern verkauft Geschäftsbereiche, baut Stellen ab und drückt die Schuldenlast — und setzt dabei alles auf eine einzige strategische Wette: „Digital Photonics“. Das Jahr 2026 ist das Übergangsjahr. Die eigentliche Rechnung kommt danach.
Verkäufe finanzieren den Schuldenabbau
Zwei Portfolioentscheidungen konkretisieren den Strategiewechsel. Das nicht-optische Sensorengeschäft geht für 570 Millionen Euro an Infineon — der Deal soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Ein weiteres Geschäft bringt 114 Millionen Euro von Ushio. Zusammen kommen so knapp über 670 Millionen Euro zusammen, die zur Rückzahlung von Wandelanleihen und Schuldverschreibungen eingesetzt werden.
Das Ziel ist klar: Die Pro-forma-Verschuldungsquote soll von 3,3 auf 2,5 sinken. CFO Rainer Irle begründete den Schritt damit, dass eine jährliche Zinslast von bis zu 300 Millionen Euro schlicht zu hoch im Verhältnis zur Ertragskraft sei. Das freigesetzte Kapital soll stattdessen in die Geschäftsentwicklung fließen.
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Rekord-Design-Wins trotz Umsatzrückgang
Das Geschäftsjahr 2025 schloss ams OSRAM mit einem Umsatz von 3,32 Milliarden Euro ab — ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Halbleiterbereich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die Design-Wins erreichten mit über 5 Milliarden Euro ein Allzeithoch. Das signalisiert künftiges Umsatzpotenzial, auch wenn es sich erst in späteren Perioden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung niederschlägt.
Zusätzlich belastete ein unerwarteter Kostenfaktor die Marge: Gold ist ein wesentliches Material in der LED-Produktion, und die Goldrallye des vergangenen Jahres verursachte Mehrkosten von 35 Millionen Euro — deutlich über dem normalen hohen zweistelligen Millionenbetrag.
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Stellenabbau trifft vor allem Deutschland
Der Umbau hat einen sozialen Preis. Von rund 2.000 betroffenen Stellen entfällt etwa die Hälfte auf Europa, der Schwerpunkt liegt in Deutschland. In Regensburg fallen im Halbleitergeschäft eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen weg. Der Standort Schwabmünchen mit rund 270 Beschäftigten soll bis Ende 2027 geschlossen werden — trotz Lösungsvorschlägen von Betriebsrat und Belegschaft, wie die IG Metall Bayern mitteilte. In Herbrechtingen sind weitere rund 250 Stellen von Maßnahmen betroffen, die sich bis 2029 erstrecken.
Für das erste Quartal 2026 erwartet das Management Erlöse von rund 760 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent — belastet durch Saisonalität und den Wegfall der verkauften Sparten. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem leichten Umsatzrückgang. Den ersten konkreten Zwischenstand liefert der Detailgeschäftsbericht im April 2026, gefolgt von den Q1-Zahlen am 7. Mai. Ab 2027 peilt das Management im Halbleiterbereich einstelliges Wachstum und Margen von über 25 Prozent an.
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