Ams Osram: Gold kostet 50 Millionen im Q1

Hohe Goldpreise belasten die Margen von Ams Osram, während die Freigabe des Infineon-Deals durch das Kartellamt für Entschuldung sorgen soll. Analysten bewerten die Aktie unterschiedlich.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldpreise belasten EBITDA-Marge deutlich
  • Kartellentscheidung zu Infineon-Deal erwartet
  • Analysten uneins über Kursziele und Potenzial
  • Management hält an langfristigen Zielen fest

Der Kurs von Ams Osram hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Heute markiert die Aktie mit 13,95 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Das operative Bild für das erste Quartal ist allerdings deutlich nüchterner.

Gold als Kostenfalle

CFO Rainer Irle beziffert den Gegenwind aus Rohstoffkosten auf rund 50 Millionen Euro im ersten Quartal. Haupttreiber: historisch hohe Goldpreise. Das Edelmetall ist ein unverzichtbarer Bestandteil der LED-Fertigung — und sein Anstieg trifft die Margen direkt.

Die bereinigte EBITDA-Marge dürfte dadurch auf rund 15 Prozent sinken. Im Vorjahreszeitraum lag sie bei 18,3 Prozent. Sollte Gold im Jahresdurchschnitt bei 5.000 US-Dollar je Unze notieren, könnten die Mehrkosten auf 60 Millionen Euro steigen. Das würde die Marge des OS-Segments um vier Prozentpunkte belasten.

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Kartellamt hält den Schlüssel

Parallel läuft ein Prozess, der die Bilanz grundlegend verändern könnte. Ams Osram verkauft sein nicht-optisches Sensorgeschäft an Infineon für 570 Millionen Euro. Die Transaktion wartet noch auf die Freigabe durch das Bundeskartellamt — eine Entscheidung wird im zweiten Quartal 2026 erwartet.

Das Ziel ist klar: Die jährlichen Finanzierungskosten sollen bis 2028 von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro sinken. Fällt die Kartellentscheidung positiv aus, sinkt der Verschuldungsgrad von 3,3 auf rund 2,5. Moody’s hob den Ausblick für das Rating bereits im März von stabil auf positiv an.

Analysten uneinig über Tempo

UBS-Analyst Harry Blaiklock sieht Potenzial im KI-Datenzentrumsmarkt und trägt ein Kursziel von 13,40 CHF mit dem Rating „Buy“. Nennenswerte Umsätze aus diesem Bereich erwartet er jedoch erst ab 2028.

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Barclays-Analyst Simon Coles bleibt skeptischer. Er senkte sein Kursziel auf 10 CHF und beließ die Einstufung auf „Equal Weight“. Als Hauptgrund nennt er veränderte Saisonalität bei Smartphone-Einführungen, die die Nachfrage bremst.

Langfristziele und nächste Termine

Das Management hält an seinen Zielen für 2030 fest: mittleres bis hohes einstelliges Umsatzwachstum im Halbleiterbereich und eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent. Das Auftragsbuch im Halbleiter-Segment umfasst bereits über 5 Milliarden Euro — getrieben vor allem durch das MicroLED-Geschäft.

Am 7. Mai legt Ams Osram die Quartalszahlen für Q1 vor. Die Umsatzguidance liegt zwischen 710 und 810 Millionen Euro. Die Hauptversammlung am 10. Juni dürfte dann mit einer Kartellentscheidung im Rücken stattfinden — und damit Klarheit über den weiteren Entschuldungsweg bringen.

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