Ams Osram: Zinskosten von 300 auf 150 Millionen

Ams Osram plant Refinanzierung teurer Anleihen, um Zinskosten zu halbieren. Verkäufe von Geschäftsteilen finanzieren den Schuldenabbau.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Refinanzierung von Hochzinsanleihen geplant
  • Jährliche Zinslast soll sich halbieren
  • Verkauf von Industriesparte bringt Kapital
  • Goldpreis belastet operatives Geschäft

Ams Osram räumt die Bilanz auf. Der Photonik-Konzern plant die Refinanzierung von zwei teuren Hochzinsanleihen. Das Ziel: Die Zinsbelastung soll dauerhaft sinken. Für das Unternehmen bedeutet dieser Schritt einen neuen finanziellen Spielraum.

Milliarden-Hebel für die Bilanz

Im Zentrum des Plans steht ein Milliardenvolumen. Bislang zahlt Ams Osram auf diese Papiere Zinsen von bis zu 12,25 Prozent. Gelingt die Umschuldung, halbiert sich der jährliche Zinsaufwand auf unter 150 Millionen Euro.

Das nötige Kapital stammt aus einem laufenden Verkaufsprogramm. Infineon übernimmt die Industrie- und Medizinsensoren für 570 Millionen Euro. Das Bundeskartellamt prüft den Deal aktuell. Die Behörde soll noch im zweiten Quartal entscheiden. Zusammen mit einem bereits abgeschlossenen Lampenverkauf fließen hunderte Millionen in die Kasse. Ratingagenturen honorieren den Kurs. Moody’s hob den Ausblick kürzlich auf „positiv“ an.

Teures Gold bremst das operative Geschäft

Trotz der Bilanzfortschritte bremst das Tagesgeschäft. Finanzchef Rainer Irle rechnet für das erste Quartal mit Gegenwind. Ein starker US-Dollar und hohe Goldpreise kosten das Unternehmen rund 50 Millionen Euro. Gold ist ein wichtiger Rohstoff in der Halbleiterfertigung.

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Die Folge: Die bereinigte operative Marge sinkt auf voraussichtlich 15 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Wert noch deutlich höher. Den Umsatz taxiert das Management auf bis zu 810 Millionen Euro.

Parallel zum Umbau treibt der Konzern seine Technologieplattform voran. Die Halbleitersparte verzeichnet vertraglich gesicherte Produktionszusagen im Wert von über fünf Milliarden Euro. Ein neues hochauflösendes MicroLED-Scheinwerfersystem feiert derweil Premiere im Audi Q3.

Auch der Markt für Künstliche Intelligenz rückt in den Fokus. Ein neuer Prototyp für schnelle Datenverbindungen in Rechenzentren geht in die Entwicklungsphase. UBS-Analyst Harry Blaiklock sieht hier großes Potenzial. Er rät zum Kauf und nennt ein Kursziel von 13,40 Schweizer Franken. Nennenswerte Umsätze erwartet er aus diesem Bereich ab 2028.

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Starke Kursrallye vor den Quartalszahlen

Barclays-Analyst Simon Coles bewertet die Lage skeptischer. Er stuft die Aktie auf „Equal Weight“ ein. Sein Kursziel liegt bei 10 Franken. Als Grund nennt er eine schwächere Smartphone-Nachfrage.

Aktionäre lassen sich von diesen Warnungen kaum beeindrucken. Die Aktie kletterte seit Jahresbeginn um rund 60 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 13,65 Euro notiert das Papier nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Das Vertrauen in den Sanierungskurs scheint groß.

Am 7. Mai präsentiert Ams Osram die detaillierten Quartalszahlen. Dann zeigt sich der genaue Einfluss der Rohstoffkosten auf die Bilanz. Die ordentliche Hauptversammlung folgt am 10. Juni. Dort steht das Tempo des laufenden Unternehmensumbaus auf der Agenda.

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