Der steirische Maschinenbauer Andritz feiert 25 Jahre Börsennotiz. Und die Zahlen, die CEO Joachim Schönbeck im Rückblick nennt, sind alles andere als alltäglich.

Seit dem IPO im Juni 2001 hat sich der Umsatz verachtfacht, das Ergebnis versechzehnfacht. Wer damals in den damaligen „Kleinbetrieb aus Graz“ investierte, steht heute vor einem Plus von über 6.000 Prozent. Aus 10.000 Euro sind mehr als 600.000 Euro geworden. Schönbeck spricht im „Börsenradio“ von einer „außergewöhnlichen Entwicklung“ — das dürfte untertrieben sein.

Vom Grazer Nischenplayer zum Milliardenkonzern

Andritz beschäftigt heute rund 30.000 Mitarbeiter. Das Kapital aus dem Börsengang finanzierte strategische Übernahmen. In der Wasserkraft, der Zellstofftechnik und der Metallverarbeitung zählt der Konzern heute zu den globalen Marktführern.

Parallel zum Jubiläum gibt es operative Neuigkeiten. Der türkische Garnhersteller Göliplik Şeremet Tekstil bestellte eine komplette „Wetlace“-Produktionslinie. Die Anlage stellt spülbare, biologisch abbaubare Feuchttücher her. Montage und Inbetriebnahme starten im vierten Quartal 2026. Der Auftrag passt zur grünen Strategie von Andritz.

Kurs nah am Allzeithoch

Die Aktie notiert bei 79,40 Euro, das sind 0,51 Prozent über dem Vortagesschluss. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf knapp 19 Prozent. Derzeit fehlen nur 1,37 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 80,50 Euro.

Der RSI von 60,8 signalisiert weder Überkauft noch Überverkauft. Der Kurs liegt 17 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt — ein Indikator für den stabilen Aufwärtstrend.

Ausblick für 2026 bestätigt

Das Management bleibt zuversichtlich. Der Auftragseingang erreichte im ersten Quartal einen Rekord, getrieben durch große Wasserkraftprojekte. Für das Gesamtjahr plant Andritz einen Umsatz zwischen 8,0 und 8,3 Milliarden Euro.

Die operative Marge soll zwischen 8,7 und 9,1 Prozent liegen — solide für einen Anlagenbauer. Die nächsten detaillierten Zahlen zum ersten Halbjahr erscheinen im Juli.