Der internationale Anlagenbauer Andritz steuert auf die Veröffentlichung seiner Zwischenbilanz zu: Am 29. Oktober legt der Konzern die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vor. Nach den strategischen Weichenstellungen Anfang des Monats richten Anleger ihre Aufmerksamkeit nun auf die operative Dynamik im laufenden Geschäft. Die Aktie schloss gestern im Handel bei 79,40 Euro.

Operative Impulse durch neue Projekte

Zuletzt verbuchte das Unternehmen weiteren operativen Zuwachs. Am 14. Oktober vermeldete Andritz einen neuen Auftrag von Shandong Huazhe Environmental Protection Technology Co., Ltd. Das chinesische Unternehmen orderte eine komplette Hochgeschwindigkeits-Nadelvliesanlage, die zur Herstellung von Filtermaterialien eingesetzt wird.

Der finanzielle Umfang der Bestellung wurde nicht bekanntgegeben, ist jedoch bereits im Auftragseingang für das dritte Quartal 2026 enthalten. Die Auslieferung der Komponenten ist für das erste Quartal 2027 terminiert.

Ebenfalls Fortschritte gab es im Bereich der Metallverarbeitung. Am 13. Oktober gab Andritz den Produktionsstart der ersten verzinkten Stahlcoils auf der neuen kontinuierlichen Verzinkungslinie für BlueScope Steel Limited im australischen Sydney bekannt. Diese Anlage ist auf eine Jahreskapazität von 240.000 Tonnen ausgelegt, nachdem die erste Coil-Produktion am 3. August 2026 angelaufen war.

Strategische Messlatte für 2029

Die jüngsten Projekterfolge fügen sich in die langfristige Ausrichtung ein, die das Management am 6. Oktober beim Capital Markets Day in Graz präsentierte. Andritz definierte dort neue Mittelfristziele, die den bisherigen Rahmen für 2027 ablösen: Bis zum Jahr 2029 peilt der Konzern ein Umsatzvolumen von 10 Milliarden Euro sowie eine vergleichbare EBITA-Marge von 10 Prozent an.

Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Messlatte unverändert bei den bereits zuvor kommunizierten Werten. Wie Reuters anlässlich der Strategiepräsentation berichtete, strebt das Unternehmen für das laufende Jahr einen Umsatz zwischen 8,0 und 8,3 Milliarden Euro an. Die vergleichbare EBITA-Marge soll sich in einer Bandbreite von 8,7 bis 9,1 Prozent bewegen.

Relevanz für den Berichtstermin

Vor diesem Hintergrund kommt dem Berichtstermin am 29. Oktober besondere Bedeutung zu. Die Drittquartalszahlen werden zeigen, inwieweit das Neugeschäft und die Margenentwicklung die Grundlage für das Erreichen der Jahresziele stützen. Trotz der jüngsten Kursschwankungen liegt das Papier seit Jahresanfang mit 19 Prozent im Plus.