Der Anlagenbauer Andritz meldet für das Jahr 2025 ein Bild aus sinkenden Erlösen und prallen Auftragsbüchern. Während Währungseffekte den Gesamtumsatz schrumpfen ließen, sorgt das margenstarke Servicegeschäft für operative Stabilität.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Serviceumsatz auf einen historischen Höchstwert von 3,5 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von 44 Prozent am Gesamtumsatz erwies sich dieser Bereich als verlässlicher Ertragsanker. Er half maßgeblich dabei, die vergleichbare EBITA-Marge mit 8,9 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Der Gesamtumsatz gab hingegen um fünf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro nach, was das Management primär auf negative Wechselkurseffekte durch den starken Euro zurückführt.

Wasserkraft treibt das Neugeschäft

Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete das Unternehmen beim Auftragseingang, der um acht Prozent auf 8,9 Milliarden Euro anzog. Den stärksten Wachstumsbeitrag lieferte das Segment Hydropower. Beflügelt von globalen Investitionen in erneuerbare Energien und Stromnetze verzeichnete diese Sparte ein Umsatzplus von 12 Prozent. Zum Jahresende summierte sich der konzernweite Auftragsbestand auf den Rekordwert von 10,5 Milliarden Euro.

Für das Jahr 2026 plant die Führungsetage mit einer Erholung in den Kernmärkten Zellstoff, Papier und Metall. Der Konzernumsatz soll auf 8,0 bis 8,3 Milliarden Euro steigen, flankiert von einer EBITA-Marge zwischen 8,7 und 9,1 Prozent.

Am Aktienmarkt spiegelt sich diese solide operative Entwicklung derzeit nur bedingt wider. Bei einem Schlusskurs von 62,25 Euro am Donnerstag verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Minus von 6,74 Prozent. Die prall gefüllten Auftragsbücher und die jüngsten Zukäufe zur Stärkung der Servicekapazitäten bilden eine robuste Basis für die kommenden Monate. Solange das margenstarke Servicegeschäft sein hohes Niveau verteidigt, verfügt Andritz über einen wirksamen Puffer gegen Schwankungen im klassischen Anlagenbau.