Anthropic überholt OpenAI und steht an der Spitze der KI-Welt. Mit einer Bewertung von 1,2 Billionen US-Dollar im Sekundärmarkt setzt das Startup ein massives Zeichen. Parallel dazu belasten regulatorische Eingriffe die technische Leistung der Flaggschiff-Modelle.

Der Wert der Anteile stieg innerhalb eines Jahres um über 500 Prozent. Mitte Juli kostete ein Papier geschätzt 684,61 US-Dollar. Damit liegt Anthropic vor dem Rivalen OpenAI, der zuletzt mit rund 908 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Der enorme Preissprung resultiert vor allem aus einem extrem knappen Angebot am Privatmarkt. Bisher trennen sich kaum frühe Investoren oder Mitarbeiter von ihren Beständen. Die Knappheit treibt den Papierwert in die Höhe, während das Unternehmen die Expansion vorantreibt.

Regulatorische Hürden bremsen Claude-Systeme

Die technische Dominanz des Claude-Ökosystems gerät unterdessen ins Wanken. Im Juni deaktivierte das US-Handelsministerium vorübergehend die fortschrittlichen Systeme Claude Fable 5 und Mythos 5. Zwar sind die Modelle nach neuen Sicherheitsvorgaben wieder online, allerdings ist die Leistung eingebrochen. Tests zeigen, dass die eingeschränkten Versionen nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Aufgaben bewältigen.

Ein juristisches Hindernis wurde parallel dazu offiziell ausgeräumt. Ein US-Bezirksgericht bestätigte den Vergleich über 1,5 Milliarden US-Dollar im Urheberrechtsstreit. Diese Summe fließt an tausende Autoren und Verlage.

Marktbeobachter werten diesen Schritt als Vorbereitung für den Börsengang. Die Einigung schafft einen klaren Rahmen für künftige Lizenzzahlungen. Sie senkt die langfristigen Prozessrisiken für das Unternehmen deutlich.

Börsengang für Oktober 2026 geplant

Der Konzern stellt nun die Weichen für den Oktober 2026. Nach der vertraulichen Einreichung der Börsenunterlagen im Sommer bereitet sich Anthropic auf das Debüt vor. In der kommenden Woche rückt das „Glasswing“-Programm in den Fokus, das den Zugang für Partner erweitern soll. Hinzu kommt ein möglicher milliardenschwerer Rechen-Deal mit Meta Platforms.