Ein Analyst bekräftigt sein Kursziel von 3,00 kanadischen Dollar. Die Aktie fällt trotzdem um über 14 Prozent in einer Woche. Bei Antimony Resources klafft die Lücke zwischen fundamentaler Story und Kursverlauf gerade besonders weit auseinander.

Am Freitag schloss die Aktie bei 0,37 Euro, ein Minus von 3,66 Prozent allein an diesem Tag. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 14,42 Prozent zu Buche. Und das, obwohl das deutsche Analysehaus GBC AG erst diese Woche seine Kaufempfehlung für den Antimon-Explorer erneuert hat.

GBC AG bleibt bei Kaufempfehlung

Am 8. Juli veröffentlichte GBC AG eine aktualisierte Studie zu Antimony Resources. Die Analysten reagierten damit auf eine Serie neuer Bohrergebnisse vom Bald-Hill-Projekt in New Brunswick. Seit ihrem letzten Update am 11. Mai hatte das Unternehmen mehrfach neue Analysedaten aus der Main Zone nachgereicht.

Die jüngsten Proben zeigten hochgradige Stibnit-Abschnitte mit Antimongehalten von bis zu 36,0 Prozent Sb. GBC AG wertet die wiederholte Bestätigung solcher Gehalte als Signal für sinkendes geologisches Risiko. Die Datenbasis für die weitere Modellierung der Lagerstätte verbessere sich dadurch schrittweise. Die Analysten bestätigten ihr Kursziel unverändert bei 3,00 kanadischen Dollar je Aktie und blieben bei „Buy“.

Bohrergebnisse aus Bald Hill halten an

Die Studie folgte auf eine Pressemitteilung vom 6. Juli. Darin hatte Antimony Resources Analyseergebnisse aus vier weiteren Bohrlöchern in der Main Zone bekanntgegeben. Sie sind Teil eines laufenden Bohrprogramms von rund 18.000 Metern, das die Mineralisierung in der Zone erweitern und neue Bereiche erschließen soll.

Bohrloch BH-26-20 lieferte 13,14 Prozent Antimon. BH-26-25 kam auf Werte von 16,65 und 33,40 Prozent Sb. Die mineralisierten Zonen waren im Schnitt rund 4,5 Meter mächtig, ein Ausreißer in Bohrloch BH-26-27 maß sogar 15,9 Meter.

CEO James Atkinson erklärte, die Bohrungen in der Main Zone testeten gezielt die Fortsetzung der Mineralisierung nach Süden. Dabei erreiche man Bereiche, aus denen bislang kaum Daten vorlagen. Parallel dazu läuft die Exploration außerhalb der Main Zone weiter: Bodenproben auf dem neu erworbenen Second-Run-Claim, rund drei Kilometer südlich, haben neue Zonen identifiziert. In der Central Zone sind bereits über 2.000 Bohrmeter abgeschlossen, um Mineralisierung unterhalb bekannter Oberflächengräben zu prüfen. Ergebnisse werden in etwa zwei Wochen erwartet.

Ressourcenschätzung als nächster Katalysator

Der Markt richtet den Blick zunehmend auf die erste offizielle Ressourcenschätzung des Unternehmens. GBC AG ordnet die laufenden Bohrungen als Vorarbeit für diesen Meilenstein ein. Grundlage ist ein nach NI 43-101 erstellter technischer Bericht, der zwar noch keine formale Mineralressource ausweist, aber ein sogenanntes Explorationsziel definiert.

Basierend auf einem 3D-Blockmodell ergibt sich eine mögliche Lagerstätte von 69.994 bis 92.782 Tonnen Antimon bei einem Gehalt von 3,0 Prozent Sb. Bei 4,0 Prozent Sb steigt die Spanne auf 93.325 bis 123.711 Tonnen. Grundlage ist eine Bohrkampagne zwischen April und Juli 2025 mit 16 Diamantbohrungen über insgesamt rund 3.160 Meter.

In etwa 75 Prozent aller Bohrlöcher fand sich hochgradige Antimon-Mineralisierung. Das bestätigt eine durchgehende Zone mit einer Streichlänge von rund 700 Metern und einer Tiefe von mindestens 400 Metern. Entscheidend für die Analysten: Die Struktur bleibt sowohl in der Tiefe als auch entlang des Streichens offen. Das deutet auf erhebliches zusätzliches Potenzial hin.

Kurs unter Druck trotz positiver Analystenstimme

Der technische Druck auf die Aktie wächst trotz der konstruktiven Analystenhaltung. Das 52-Wochen-Hoch von 1,05 Euro, erreicht am 17. März, liegt inzwischen 65,08 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der 50-Tage-Durchschnitt steht bei 0,46 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,47 Euro. Der Freitagsschluss von 0,37 Euro liegt damit rund 20 Prozent unter beiden Trendlinien.

Auf Jahressicht steht die Aktie dennoch mit 12,75 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht sogar mit einem Plus von 379,17 Prozent. Das zeigt, wie stark sich die Stimmung gegenüber Antimon-Explorern verändert hat, seit China seine Exportkontrollen für das kritische Metall verschärft hat.

Der RSI von 41,2 signalisiert weder Über- noch Unterverkauf. Die annualisierte Volatilität von über 100 Prozent auf 30-Tage-Basis unterstreicht dagegen, wie spekulativ und nachrichtengetrieben der Handel mit dieser Aktie bleibt.

Die Spanne zwischen Analystenoptimismus und aktuellem Kurs zeigt, wie viel von der ausstehenden NI-43-101-Ressourcenschätzung abhängt. Die nächsten Assay-Ergebnisse aus der Central Zone werden in den kommenden Wochen erwartet. Zusammen mit der formalen Ressourcenschätzung dürften sie die nächsten entscheidenden Kursimpulse liefern.