Die Antimony Resources Aktie zieht wieder an. Der Kurs kletterte am Freitag auf 0,43 Euro. Das entspricht einem Kursplus von rund 21 Prozent innerhalb von sieben Tagen. Soweit so gut. Allerdings notiert das Papier weiterhin 59 Prozent unter dem Jahreshoch vom März. Anleger warten auf ein entscheidendes Dokument. Der kanadische Explorer muss für sein Bald-Hill-Projekt in New Brunswick erste offizielle Ressourcenschätzungen vorlegen. Bislang lebt die Bewertung allein von der Hoffnung.
Die Ausgangslage: Goldfunde und ein Konzept
Antimony Resources befindet sich in einer späten Explorationsphase. Ein technischer Bericht skizziert bisher ein rein konzeptionelles Ziel. Die Rede ist von 2,7 Millionen Tonnen Gestein. Der erwartete Antimon-Gehalt liegt bei drei bis vier Prozent. SRK Consultants soll nun den ersten zertifizierten Bericht nach dem Branchenstandard NI 43-101 liefern. Dieses Gutachten lässt jedoch auf sich warten.
Währenddessen laufen die Bohrungen weiter. Neue Daten aus der Hauptzone bergen eine Überraschung. Das Management meldete kürzlich unerwartete Goldvorkommen. Bohrkerne zeigen 1,14 Gramm Gold je Tonne über 2,56 Meter Länge. Die neu entdeckte Zentralzone lieferte ebenfalls starke Werte. Oberflächenproben erreichten hier Antimon-Gehalte von durchschnittlich 4,5 Prozent.
Die Schlüsselfrage: Der Test für die Schätzungen
Die ausstehende Ressourcenschätzung wird die Richtung der Aktie diktieren. Verifiziert der SRK-Bericht das Ziel von 2,7 Millionen Tonnen? Ein offizieller Nachweis würde das Projekt grundlegend verändern. Aus isolierten Bohrerfolgen entstünde ein belastbares Metallinventar. Dieser Schritt ist zwingend nötig. Nur so kann das Unternehmen später Abnahmeverträge aushandeln oder Genehmigungen beantragen.
Das Bullen-Szenario: Mehr Fläche, mehr Wert
Optimisten blicken auf die wachsende Projektfläche. Die Mineralisierung dehnt sich sichtbar über die Hauptzone hinaus aus. Die neue Zentralzone zeigt ähnliche Gesteinsstrukturen über Breiten von bis zu 37 Metern. Auch die unerwarteten Goldfunde wecken neue Erwartungen. Ein KI-gestütztes Datenmanagement hat dieses Nebenprodukt in alten Aufzeichnungen aufgespürt. Bestätigt der SRK-Bericht die hohen Antimon-Tonnagen, entsteht erheblicher Mehrwert. Ein glaubhaftes Gold-Beiprodukt könnte die Wirtschaftlichkeit der künftigen Mine massiv verbessern.
Das Bären-Szenario: Volatilität und Finanzierungsrisiken
Pessimisten verweisen auf die harten Fakten. Nach Jahren der Exploration existiert noch keine zertifizierte Ressource. Die extreme annualisierte Volatilität von 102 Prozent spiegelt diese Unsicherheit wider. Der Kurs schwankt enorm. Außerdem verharrt die Aktie unter wichtigen Trendlinien. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 0,46 Euro und blockiert den Aufwärtstrend.
Hinzu kommt ein konkretes finanzielles Risiko. Antimony Resources hat bei einer früheren Finanzierungsrunde knapp 9,5 Millionen Kanadische Dollar eingesammelt. Damals zahlten Investoren 0,45 Dollar je Aktie. Der aktuelle Kurs pendelt genau um dieses Niveau. Verzögert sich der SRK-Bericht weiter, braucht der Explorer bald frisches Kapital. Gibt das Unternehmen dann neue Aktien zu aktuellen Kursen aus, verwässert das die Altaktionäre stark.
Ausblick: Der nächste Katalysator
Bis die SRK-Schätzung vorliegt, bleibt die Aktie ein Spielball von Stimmungen. Übertrifft der Bericht das anvisierte Ziel von 2,7 Millionen Tonnen, dürfte die Rally weitergehen. In diesem Fall rückt der 100-Tage-Durchschnitt bei 0,60 Euro in greifbare Nähe. Enttäuschen die Zahlen jedoch, droht ein erneuter Absturz. Ein Test der jüngsten Tiefststände wäre dann wahrscheinlich.
Abseits des SRK-Berichts steht bereits der nächste Termin im Kalender. Erste Laborergebnisse der Zentralzone sollen in drei bis vier Wochen vorliegen. Diese Daten könnten kurzfristig neue Impulse liefern. Langfristig plant das Management den offiziellen Minen-Genehmigungsantrag für Ende 2026 oder Anfang 2027.
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