Top-Bohrergebnisse mit bis zu 33,40 Prozent Antimon-Gehalt. Ein Kursziel, das mehr als das Vierfache des aktuellen Niveaus verspricht. Und trotzdem verliert die Aktie von Antimony Resources binnen sieben Tagen 14,42 Prozent. Diese Diskrepanz zwischen geologischen Erfolgsmeldungen und Kursverlauf prägt aktuell das Bild bei dem kanadischen Explorer.

Am Freitag schloss die Aktie bei 0,37 Euro, ein Minus von 3,66 Prozent auf Tagessicht. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 9,80 Prozent zu Buche. Zum Jahresanfang liegt der Titel dennoch mit 12,75 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 379,17 Prozent.

Bohrergebnisse überzeugen, der Markt zögert

Am 6. Juli veröffentlichte Antimony Resources Analyseergebnisse aus vier Diamantbohrungen in der sogenannten Main Zone des Bald-Hill-Projekts in New Brunswick. Die Spitzenwerte erreichten 33,40 Prozent Antimon. Die Bohrungen sind Teil eines Explorationsprogramms über 18.000 Meter, das die bekannte Mineralisierung ausweiten und eine formelle Ressourcenschätzung vorbereiten soll.

Die Analysten von GBC AG reagierten am 8. Juli mit deutlichem Optimismus. Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung und setzten das Kursziel bei 1,85 Euro an, umgerechnet 3,00 kanadische Dollar. Als Grundlage nannten sie eine mögliche Lagerstätte von bis zu 123.711 Tonnen Antimon bei einem Gehalt von 4,0 Prozent.

Trotz dieser Einschätzung kam die Aktie nicht vom Fleck. Ein Aktienüberhang von 21 Millionen Stück dürfte den Kurs zusätzlich belastet haben, hinzu kommt die generelle Volatilität im Sektor kritischer Rohstoffe.

Charttechnik zeigt Schwäche

Der Kurs von 0,37 Euro liegt spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,46 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,47 Euro. Vom Rekordhoch bei 1,05 Euro aus dem März dieses Jahres trennen die Aktie mittlerweile 65,08 Prozent.

Der RSI notiert bei 41,2 — die Aktie nähert sich überverkauftem Terrain, hat es aber noch nicht erreicht. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 100,75 Prozent bleiben heftige Kursausschläge das wahrscheinliche Szenario, sobald neue geologische Daten eintreffen.

Antimon als Nadelöhr der Rohstoffversorgung

Der strategische Hintergrund bleibt intakt. China hat sein Exportverbot für zivil genutztes Antimon zwar bis November 2026 ausgesetzt, doch strenge Lizenzauflagen und ein dauerhaftes Embargo für militärische Nutzung bestehen weiter. Westliche Abnehmer aus Verteidigungsindustrie und Energiespeicherbranche suchen deshalb nach Alternativen außerhalb Chinas — und genau hier positioniert sich das Bald-Hill-Projekt als nordamerikanische Option.

Die kommende Woche dürfte für den weiteren Kursverlauf entscheidend werden. Investoren warten auf die Bohrergebnisse aus der sogenannten Central Zone, die auf die bereits gemeldeten Main-Zone-Werte folgen. Bestätigen sich dort ähnlich hohe Gehalte, könnte die Aktie den Weg zurück über den 200-Tage-Durchschnitt bei 0,47 Euro antreten. Bleiben die Daten hinter den Erwartungen zurück, rückt das Jahrestief von 0,07 Euro aus dem Juli 2025 wieder in den Blick.