Ein Gramm Gold in einer Antimon-Mine — das klingt zunächst nach Randnotiz. Für Antimony Resources könnte es der Unterschied zwischen einer Ein-Metall-Wette und einem polymetallischen Projekt mit zwei strategischen Rohstoffen sein. Genau das prüft der Markt gerade bei der Bald Hill Property in New Brunswick.
Ausgangslage: Goldfunde in der Antimon-Zone
Partner Globex Mining hat Gold-Assays von bis zu 1,88 Gramm pro Tonne über 4,85 Meter in der Main Antimony Zone gemeldet. Antimony Resources wertet nun 190 Bohrkern-Abschnitte aus mehr als 45 Bohrungen aus. Die Analyse läuft in einem Marktumfeld, das für Antimon strukturell hohe Preise zeigt — Folge der chinesischen Exportbeschränkungen aus den Jahren 2024 und 2025.
Die Aktie hat in den vergangenen sieben Tagen um 24,29 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 0,44 Euro. Das ist eine Erholung nach einem 30-Tage-Rückgang von 6,78 Prozent. Der Markt wägt gerade ab, ob das Projekt als heimische Quelle für einen inzwischen als kritisch eingestuften Verteidigungsrohstoff taugt.
Die entscheidende Frage: Trägt die Central Zone die Bewertung?
Im Zentrum steht die Central Zone. Dort haben Bohrungen Mächtigkeiten von bis zu 37 Metern durchteuft. Die entscheidende Frage lautet: Liefern die kommenden Assay-Ergebnisse genug Gehalt und Kontinuität, um die Aktie aus ihrem Abstand von 58,25 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1,05 Euro herauszuholen?
Bull-Szenario: Zwei Rohstoffe, eine strategische Story
Das positive Szenario stützt sich auf zwei parallele Trends. Steigende Goldpreise treffen auf einen zunehmend engen Antimon-Markt. Antimony Resources könnte zudem vom Interesse des US-Verteidigungsministeriums profitieren, das den heimischen Aufbau von Antimon-Vorräten für Militäranwendungen und Flammschutzmittel vorantreibt.
Die Main Antimony Zone erstreckt sich bereits über 1.000 Meter Streichlänge. Goldmineralisierung ist auf 600 Metern davon bestätigt, mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1,14 Gramm pro Tonne über 2,56 Meter. Das deutet darauf hin, dass sich Bald Hill zu einem echten polymetallischen Asset entwickeln könnte — nicht nur Antimon, sondern auch Gold als zweites Standbein.
Dieses fundamentale Umfeld hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits um 428,85 Prozent steigen lassen. Der heutige Tagesgewinn von 7,58 Prozent könnte aus Sicht der Optimisten der Auftakt einer breiteren Trendwende sein — mit dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,49 Euro als nächstem Etappenziel.
Bear-Szenario: Volatilität als ständiger Begleiter
Das Risiko liegt in der extremen annualisierten Volatilität von 103,50 Prozent und der hohen Abhängigkeit von Explorationsergebnissen. Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert die Aktie noch 10,34 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 4,90 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,46 Euro. Der mittelfristige Trend ist damit noch nicht eindeutig bullisch.
Oberflächenproben aus der Central Zone zeigten zwar Werte über 4 Gramm pro Tonne Gold. Eine Garantie, dass die Untertage-Bohrergebnisse diese hohen Gehalte bestätigen, gibt es aber nicht. Fallen die Laborwerte inkonsistent aus oder die Mächtigkeiten schmaler als die an der Oberfläche beobachteten 37 Meter, könnte die Aktie in Richtung ihres 52-Wochen-Tiefs von 0,07 Euro zurückfallen. Der gesamte Jahresgewinn von 34,80 Prozent stünde dann zur Disposition.
Ausblick: Ende Juli fällt die Entscheidung
Solange die Gold-Assays aus der Central Zone auf oder über dem aktuellen Projektdurchschnitt von 1,14 Gramm pro Tonne liegen, bleibt das Erholungsargument intakt. Fallen die für Ende Juli 2026 erwarteten Ergebnisse hinter die Markterwartungen zurück, dürfte die hohe Volatilität eine scharfe Korrektur auslösen.
Die entscheidende Schwelle ist der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,46 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Stimmungsumschwung bestätigen. Der nächste konkrete Katalysator ist die umfassende Assay-Auswertung durch das Labor Actlabs, die in etwa drei bis vier Wochen — also Ende Juli 2026 — erwartet wird.
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