Antimony Resources steht kurz vor einem wichtigen Test. Das Bald-Hill-Projekt in New Brunswick soll bis Ende Juni seine erste formale Ressourcenschätzung erhalten. Bis dahin lebt die Story von starken Bohrergebnissen und einem angespannten Antimon-Markt.
Die Aktie zeigt diese Unsicherheit klar. Der Kurs liegt bei 0,43 Euro und verlor in der Woche 11,04 Prozent.
Nordamerika sucht Antimon
Perpetua Resources liefert derzeit den sichtbarsten Impuls im Sektor. Nach einer Gerichtsentscheidung in Idaho am 29. Mai treibt das Unternehmen das Stibnite-Goldprojekt weiter voran. Schon am 30. Mai starteten weitere Arbeiten an der Burntlog Route, an Unterkünften, Stromleitungen und genehmigten Bohrungen.
Das US-Verteidigungsministerium sieht Stibnite als einzige heimische Mine, die bis 2029 genug Antimon für Verteidigungszwecke liefern könnte. Für andere nordamerikanische Projekte zählt damit nicht nur der Erzgehalt. Genehmigungen werden zum Werttreiber.
China hat sein Exportverbot für Antimon in die USA bis zum 27. November 2026 ausgesetzt. Exportlizenzen bleiben aber Pflicht. Für die aktuelle Exportperiode dürfen nur 11 Unternehmen das Metall ins Ausland liefern.
Diese Lockerung nimmt den Druck also nicht aus dem Markt. Sie macht eher sichtbar, wie eng die Lieferkette bleibt.
China steht für 48 Prozent der weltweiten Minenproduktion und für 63 Prozent der US-Importe. Die USA fördern seit 2001 kein eigenes Antimon mehr. CEO Jim Atkinson bringt den Engpass knapp auf den Punkt: „Es gibt keine primären Antimon-Produzenten in Nordamerika.“
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Bald Hill liefert Bohrstoff
Antimony Resources arbeitet nun auf zwei Ebenen. Das Unternehmen bohrt weiter und bereitet parallel den Genehmigungsweg vor.
Im Mai startete ein voll finanziertes Bohrprogramm über 11.000 Meter. Es zielt auf Satellitenzonen rund um Bald Hill. Dazu zählt Marcus West, wo Stibnit-Aufschlüsse bis zu 11 Meter mächtig sind.
Auch frühere Treffer liefern Stoff für die Ressourcenschätzung. In der Zone BH Central meldete das Unternehmen 2,8 Prozent Antimon über 8,1 Meter.
BH South brachte 9,04 Prozent Antimon über 2,6 Meter. Ein weiterer Abschnitt kam dort auf 12,32 Prozent über 1,7 Meter.
Auf dem Second-Run-Claim südlich von Bald Hill fand die Bodengeochemie drei Anomalien. Die Gehalte lagen beim Fünf- bis Vierzigfachen des Hintergrundwerts. Das stützt die These, dass Bald Hill mehr als nur eine Hauptzone bieten könnte.
Das Definitionsbohrprogramm endete am 28. April. Seit April 2025 bohrte das Team 25.000 Meter in 77 Löchern. Die Hauptzone allein umfasst 13.000 Meter aus 43 Löchern.
Käufer und Behörden rücken näher
Neben dem Bohrer geht es jetzt um die kommerzielle Seite. Antimony Resources hat erste Gespräche mit Metallhändlern über mögliche Abnahmeverträge begonnen. Bei einem strategischen Rohstoff kann ein früher Käuferkreis den Weg zur Finanzierung erleichtern.
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Auch die Genehmigungsschiene nimmt Form an. Das Unternehmen hat GEMTEC Consulting Engineers and Scientists für eine formale Genehmigungs-Roadmap beauftragt. Erste Gespräche laufen mit Provinzbehörden, Gemeinderat und dem Department of Indigenous Affairs.
Eine formale Genehmigungseinreichung erwartet das Unternehmen Ende 2026 oder Anfang 2027. Offen bleibt, ob zusätzlich eine bundesweite Umweltprüfung nötig wird. Genau dieser Punkt kann bei Rohstoffprojekten Zeitpläne spürbar verändern.
SRK-Zahl wird zum Prüfstein
Die erste formale Ressourcenschätzung erstellt SRK Consultants aus Toronto. Sie soll bis Ende Juni vorliegen. Damit bekommt der Markt erstmals eine zertifizierte Größe für Bald Hill.
Am 13. Mai meldete Antimony Resources Kernabschnitte mit bis zu 26,9 Prozent Antimon. Weitere Abschnitte erreichten 6,9 Prozent innerhalb mineralisierter Breiten von bis zu 15 Metern.
Das konzeptionelle Explorationsziel liegt bei rund 2,7 Millionen Tonnen. Die modellierten Gehalte bewegen sich zwischen 3 und 4 Prozent Antimon.
Im Modell liegen die durchschnittlichen Mächtigkeiten bei 4 bis 5 Metern. Die Mineralisierung zieht sich über 700 Meter Streichen und 350 Meter Tiefe.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Ziel und Ressource. Die bisherigen Daten reichen noch nicht für eine formale Mineralressource. Genau diese Lücke soll die SRK-Schätzung nun schließen.
Der Markt bleibt deshalb vorsichtig. Seit dem Vorjahr steht zwar ein Plus von 576,52 Prozent, die Aktie notiert aber knapp unter der 200-Tage-Linie von 0,44 Euro.
Ende Juni liefert SRK den nächsten harten Maßstab. Bestätigt die Schätzung die bisherigen Bohrdaten, bekommt Bald Hill eine neue Bewertungsbasis. Fällt sie dünner aus, bleibt Antimony Resources vorerst eine Explorationsstory mit politischem Rückenwind.
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