Kartellstreit beigelegt, Analystenfantasie neu entfacht — bei Apple überlagern sich gerade zwei Geschichten. Während der Konzern in Deutschland einen jahrelangen Rechtsstreit beendet, richten Analysten den Blick bereits auf das nächste große Produkt: ein faltbares iPhone.
Kartellamt zieht sich zurück
Das Bundeskartellamt hat sein Verfahren gegen Apples App-Tracking-Regeln nach rund vier Jahren abgeschlossen. Der Konzern hatte eigenen Apps bei den Zustimmungsabfragen zur Datennutzung offenbar günstigere Bedingungen eingeräumt als Drittanbietern. Apple sagte nun verbindlich zu, die Abfragen visuell und sprachlich neutraler zu gestalten und Entwicklern mehr Flexibilität bei erneuten Anfragen einzuräumen.
Vier Monate bleiben für die Umsetzung, die Zusagen gelten anschließend sieben Jahre unter unabhängiger Aufsicht. Die Neuregelung greift praktisch in der gesamten EU. Frankreich hatte Apple wegen ähnlicher Vorwürfe bereits mit einer Geldbuße von 150 Millionen Euro belegt, auch Italien ging gegen den Konzern vor — das deutsche Kapitel ist damit das vorerst letzte einer längeren Serie regulatorischer Auseinandersetzungen um die Tracking-Praxis.
Rothschild sieht Kurstreiber im Falt-iPhone
Parallel zur regulatorischen Beruhigung sorgt eine Analystenstimme für neue Kursfantasie. Rothschild hat seine Einschätzung zu Apple deutlich angehoben und verweist auf den möglichen Einstieg in den Markt für faltbare Premium-Smartphones. Ein solches Gerät könnte laut Analyst Timm Schulze-Melander die durchschnittlichen Verkaufspreise spürbar anheben — ein Hebel, den Apple zuletzt schmerzlich vermisst hat.
Die Aktie selbst befindet sich nach ihrem Allzeithoch Ende Juli in einer Korrekturphase. Zuletzt notierte sie unter dem 20- und 50-Tagedurchschnitt, nachdem ein Umsatzplus von über 16 Prozent auf 109,4 Milliarden Dollar und ein Gewinn von 2,02 Dollar je Aktie zwar die Erwartungen übertrafen, der Ausblick fürs Folgequartal aber wegen langsameren Wachstums und Lieferkettensorgen verhalten ausfiel.
Ein verhaltener Ausblick trotz starker Zahlen — das dürfte auch erklären, warum der Markt trotz der Kartellamt-Einigung bislang zurückhaltend reagiert.
Charttechnisch gilt die Marke von 300 Dollar als wichtige Unterstützung. Hält sie, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend nach Einschätzung von Marktbeobachtern intakt. Ein Rutsch darunter würde den Blick auf das Juni-Tief bei etwa 275 Dollar lenken, während ein Ausbruch über 310 Dollar das Chartbild kurzfristig aufhellen und den Weg zur 330-Dollar-Marke öffnen könnte.
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