Das Ende der gemütlichen Margenphase könnte näher rücken als gedacht. Apple kämpft mit steigenden Preisen für Speicherchips – und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Gewinnmarge auf einem Drei-Jahres-Hoch steht.
Die Aktie notiert am Freitag bei 251,15 Euro, ein Minus von 1,57 Prozent. Über die Woche summiert sich der Verlust auf fast sechs Prozent. Zwar liegt der Kurs noch gut zwei Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt – der Abstand zum Rekordhoch von 274,85 Euro aus dem Juni beträgt aber schon 8,6 Prozent.
Kostenproblem mit Ansage
Das Management hat eine klare Warnung ausgesprochen: Die größte Gefahr für die Profitabilität kommt nicht mehr aus der Geopolitik, sondern direkt aus der Lieferkette. Für das laufende Quartal erwartet Apple „deutlich höhere Speicherkosten“. Und der Trend soll sich verstärken.
Besonders pikant: Die Netto-Marge des Konzerns lag zuletzt bei 27,2 Prozent – so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Ausgerechnet jetzt frisst ein Kostenblock in die Rendite, den Apple nur bedingt kontrollieren kann. Auf die Frage nach Gegenmaßnahmen antwortete der CEO vage: Man prüfe eine Reihe von Optionen. Ein konkreter Plan? Fehlanzeige.
Die Entwicklung am Speichermarkt ist kein Apple-spezifisches Problem. Sollte der Preisdruck anhalten, dürfte er auch andere Tech-Konzerne treffen. Für Apple kommt er zur Unzeit.
Parallel dazu liefert das Services-Geschäft weiter Rekordzahlen. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Erlöse um 16,3 Prozent auf knapp 31 Milliarden Dollar – ein neuer Bestwert. Der Dienstleistungsbereich macht inzwischen 27,9 Prozent des Gesamtumsatzes aus und wächst zweistellig, in Industrie- und Schwellenländern gleichermaßen.
Doch die starken Services können das Kostenproblem nicht wegzaubern. Apple steht vor einer simplen Rechnung: Entweder das Unternehmen gibt die Margen teilweise preis oder es hebt die Preise für seine Geräte an. Beides birgt Risiken. Wie viel Spielraum bleibt, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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