Starkes Wachstum bei optischen Transceivern

Applied Optoelectronics hat im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 191,9 Millionen US-Dollar erzielt, was einer Steigerung von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das Unternehmen übertraf zudem die Erwartungen beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS), der bei 0,06 US-Dollar lag, während Analysten im Konsens lediglich 0,02 US-Dollar prognostiziert hatten. Im heutigen vorbörslichen Handel zeigt sich das Papier mit einem Plus von 9,89 Prozent volatil und notiert bei 118,48 Euro.

Besonders das Geschäft mit Hochgeschwindigkeits-Komponenten treibt die Entwicklung voran. Wie das Management während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen bestätigte, hat sich das Absatzvolumen der 800G-Produkte im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdoppelt. Für die kommende Generation der 1,6-Terabit-Transceiver liegen dem Unternehmen bereits Bestellungen im Wert von über 200 Millionen US-Dollar vor. Die ersten Auslieferungen dieser neuen Technologie werden für das Ende des dritten Quartals 2026 erwartet.

Kapazitätsengpässe begrenzen das kurzfristige Potenzial

Trotz der starken Nachfrage sieht sich Applied Optoelectronics operativen Herausforderungen gegenüber. Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 255 Millionen und 290 Millionen US-Dollar. Das Ziel für den Gesamtjahresumsatz 2026 wurde bei rund 1,1 Milliarden US-Dollar bestätigt. Allerdings wies das Unternehmen darauf hin, dass der Absatz in naher Zukunft durch die begrenzte Produktionskapazität und die Verfügbarkeit von Komponenten eingeschränkt bleibe. Diese Engpässe könnten nach Einschätzung des Managements noch bis Mitte 2027 anhalten.

Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, hat das Unternehmen bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. In Pearland, Texas, erfolgte der Spatenstich für eine rund 37.000 Quadratmeter große Erweiterung des Fertigungscampus. Dieser Neubau ist speziell darauf ausgerichtet, die Produktion von 800G- und 1,6T-Transceivern zu skalieren. Die langfristige Wachstumsstory spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der seit Jahresbeginn um 274,94 Prozent gestiegen ist und damit aktuell rund 47,86 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage liegt.

Strategische Bewegungen und Analysteneinschätzungen

Im Vorfeld der Zahlen gab es Bewegungen im Aktionärskreis sowie bei Insidern. Der California State Teachers Retirement System erhöhte seine Beteiligung an dem Unternehmen im ersten Quartal um 23,2 Prozent auf insgesamt 70.464 Aktien. Medienberichten zufolge hat hingegen das Investmenthaus BlackRock seine Position im Rahmen einer Portfolioanpassung zuletzt leicht reduziert. Auf der Verkäuferseite stand zudem der Insider Yeh Shu-Hua, der am Dienstag 4.715 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 126,50 US-Dollar veräußerte.

Analysten reagierten zuletzt zurückhaltend auf die Kursrallye der vergangenen Monate. Das Analysehaus B. Riley Securities behielt am 31. Juli seine Einstufung auf „Hold“ bei, senkte jedoch das Kursziel deutlich von 129,00 auf 94,00 US-Dollar. Ein Grund für die Skepsis am Markt war unter anderem die Prognose für das bereinigte EPS im dritten Quartal: Mit einer Spanne von 0,11 bis 0,26 US-Dollar lag der Mittelwert unter der ursprünglichen Analystenschätzung von 0,28 US-Dollar. Für Anleger bleibt zudem die technische Komponente relevant: Seit Juli bietet ein neuer börsengehandelter Fonds die Möglichkeit, mit Hebel auf fallende Kurse von Applied Optoelectronics zu setzen. Am 18. August wird das Unternehmen zudem auf einer Technologiekonferenz von Rosenblatt Securities präsentieren.