Am Freitag verzeichnete die Aktie von AppLovin einen Kursverlust von 5,0 Prozent und schloss bei 237,85 Euro. Auslöser für den Rückschlag war ein Beschluss eines Gerichts in San Francisco.
Die Richter wiesen einen Eilantrag von AppLovin gegen Unity Software ab. Damit darf Unity sein sogenanntes Ad Quality SDK während des laufenden Rechtsstreits weiter betreiben. Medienberichten zufolge verstärkte die Entscheidung Befürchtungen, dass Unitys Werbegeschäft der Plattform MAX von AppLovin Marktanteile streitig machen könnte.
Streit um Zugriff auf geschützte Werbedaten
AppLovin hatte am 29. September den Antrag auf eine einstweilige Verfügung gestellt. Das Unternehmen wollte Unity damit gerichtlich untersagen, innerhalb von fünf Geschäftstagen weiterhin Daten über das Werkzeug zu erfassen oder zu nutzen. AppLovin wirft dem Konkurrenten vor, mit dem Kit auf geschützte Daten zuzugreifen, die über Anzeigen auf der eigenen Plattform MAX erzeugt werden.
Das Gericht folgte dieser Argumentation im Eilverfahren jedoch nicht. Die Entscheidung setzt AppLovin auch strategisch unter Druck. Wedbush-Analystin Alicia Reese betonte am Freitag, das Urteil unterstreiche das Wettbewerbsmomentum von Unity. Zudem könnte es für AppLovin künftig schwieriger werden, die über MAX generierten Daten vor Rivalen abzuschirmen.
Rechtliche Unsicherheit und operative Vorbereitung
Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Branchenakteuren geht ungeachtet des Dämpfers weiter. Für den 23. Oktober 2026 ist eine Anhörung über einen Antrag von AppLovin angesetzt, vertrauliche Details der Klageschrift unter Verschluss zu halten.
Bis zur Entscheidung im eigentlichen Hauptsacheverfahren bleibt die rechtliche Gemengelage für Investoren ein Unsicherheitsfaktor. Bereits vor gut drei Wochen hatte Morgan Stanley das Kursziel für AppLovin gesenkt.
Vor rund einem Monat reduzierte zudem BTIG das Kursziel für die Aktie. Parallel zu den juristischen Streitigkeiten versucht das Management, den Fokus auf das operative Geschäft zu lenken.
Am 30. September veröffentlichte AppLovin Leitlinien für Werbekunden, um Kampagnen im Vorfeld von Black Friday und Cyber Monday vorzubereiten und zu skalieren. Am Markt setzte sich am Freitag dennoch die Skepsis durch: Das Papier fiel im Tagestief auf 236,15 Euro und markierte dort ein neues 52-Wochen-Tief.
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