Arafura Rare Earths hat den Verfall von 2.539.000 nicht notierten Optionen (ASX-Code ARUAC) gemeldet, die zum 5. September ausliefen, weil die daran geknüpften Bedingungen nicht erfüllt wurden oder nicht mehr erfüllbar waren.

Die Meldung kam am Mittwoch und wirkt auf den ersten Blick wie ein technisches Detail der Vergütungsstruktur. Für Anleger lohnt sich dennoch ein genauerer Blick, denn sie fällt in eine Phase, in der das Unternehmen zugleich seine Finanzierungsstruktur für das Nolans-Projekt konkretisiert.

Was hinter dem Verfall steckt

Performance Rights sind an Unternehmen üblicherweise an Kurs- oder operative Ziele gekoppelt. Verfallen sie, verringert sich die potenzielle Verwässerung durch künftige Aktienausgaben an Management oder Mitarbeiter – ein Aspekt, der in Zeiten hoher Kapitalaufnahmen wie bei Arafura nicht unerheblich ist.

Das Unternehmen hatte zuletzt über 930 Millionen australische Dollar an Eigenkapital eingesammelt, unter anderem mit strategischen Beteiligungen der NRF, der Export Finance Australia und des Deutschen Rohstofffonds. Der Verfall der Rechte ändert an dieser Kapitalstruktur nichts, reduziert aber das theoretische Ausgabepotenzial an neuen Aktien aus dem Vergütungsprogramm.

Finanzierung nimmt Formen an

Der eigentliche Treiber der Unternehmensgeschichte bleibt die Finanzierung des Ortsrohstoffprojekts Nolans. Für Oktober ist der vertragliche Abschluss der Projektfinanzierung angesetzt, inklusive der Zeichnungen von Export Finance Australia und dem Deutschen Rohstofffonds.

Die Finanzierungsstruktur umfasst vorrangige Kreditfazilitäten von 775 Millionen US-Dollar sowie Wandelanleihen der NROC im Volumen von 200 Millionen australische Dollar. Arafura bezeichnet das Projekt inzwischen als vollständig für die Bauphase finanziert.

Auf der Abnahmeseite hat Arafura bereits verbindliche Vereinbarungen unterschrieben: einen Term Sheet mit Traxys North America über 500 Tonnen NdPr sowie eine weitere Vereinbarung mit einer indischen Gruppe über zusätzliche 500 Tonnen NdPr und jährlich 7 Tonnen Dysprosium und Terbium. Diese Verträge liefern dem Projekt eine Abnahmebasis, bevor überhaupt die erste Tonne Erz gefördert wird.

Zeitplan bis zur Produktion

Der Bau des Projekts soll im September beginnen, die praktische Fertigstellung wird gegen Ende 2029 erwartet. Danach folgt eine zweijährige Inbetriebnahme- und Hochlaufphase, sodass die Nennkapazität frühestens Ende 2031 oder Anfang 2032 erreicht werden dürfte. Das ist ein langer Horizont, der Anlegern viel Geduld abverlangt – zumal die operative Substanz des Unternehmens bis dahin von der reibungslosen Umsetzung des Zeitplans abhängt.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der Kurs schloss am Freitag bei 0,1187 Euro und gab damit 2,2 Prozent nach. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 16 Prozent zu Buche, was die Zurückhaltung der Anleger angesichts der langen Bauphase und der Kapitalintensität des Projekts widerspiegelt.

Der Verfall der Performance Rights selbst dürfte für die Kursentwicklung kaum ausschlaggebend gewesen sein – die eigentliche Bewertungsfrage bleibt, ob Arafura die milliardenschwere Finanzierung wie geplant bis Oktober vertraglich abschließen kann.