Der australische Seltenerd-Entwickler Arafura Rare Earths meldet einen wichtigen Fortschritt bei der Vermarktung seines Nolans-Projekts. Das Unternehmen hat heute eine verbindliche Abnahmevereinbarung mit einem globalen Windturbinenhersteller verlängert. Die Vereinbarung umfasst ein jährliches Volumen von bis zu 500 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid-Äquivalent (NdPr) und stärkt das Vorhaben auf dem Weg zur endgültigen Projektfinanzierung.

An der Börse sorgte die Nachricht für deutliche Kursgewinne. Die Aktie von Arafura Rare Earths legte heute um 14 Prozent auf 0,1204 Euro zu.

Konditionen an weltweite Marktindizes gekoppelt

Die Vereinbarung sieht eine feste Laufzeit von fünf Jahren vor, die über eine Option auf bis zu acht Jahre ausgeweitet werden kann. Die Preisgestaltung für das geförderte NdPr-Oxid-Äquivalent ist in US-Dollar festgelegt und orientiert sich an etablierten globalen Rohstoffindizes wie Benchmark Minerals Intelligence oder S&P Global Platts.

Für Arafura ist die Verlängerung vor allem mit Blick auf die Kapitalbeschaffung von zentraler Bedeutung. Nach Unternehmensangaben sichert der Vertrag genau jene garantierten Abnahmemengen ab, die Exportkreditagenturen für die Bereitstellung von Krediten voraussetzen. Zudem sind die vereinbarten Lieferfristen präzise auf den aktuellen Zeitplan für den Bau und die spätere Inbetriebnahme von Nolans abgestimmt.

Weitere Verhandlungen vor der Finanzierung

Das 1,6 Milliarden australische Dollar teure Nolans-Projekt im Northern Territory gilt als eine der zentralen westlichen Hoffnungen beim Aufbau unabhängiger Lieferketten für kritische Rohstoffe außerhalb Chinas. Arafura hatte bereits am 21. Mai 2026 die endgültige Investitionsentscheidung für das Vorhaben verkündet.

Zum 30. Juni 2026 meldete der Konzern den Abschluss grundlegender Infrastrukturarbeiten und den Aufbau der Kernbelegschaft. Zudem unterzeichnete das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt eine Grundsatzvereinbarung über 500 Tonnen Magnetrohstoffe mit einer indischen Zweckgesellschaft.

Der jetzt verlängerte Vertrag mit dem Windkraftanlagenbauer dürfte nicht der letzte Abschluss vor der vollständigen Kreditzusage bleiben. Das Unternehmen bestätigte, dass parallel Gespräche über zusätzliche Abnahmeverträge mit weiteren Interessenten laufen. Das Management signalisierte, dass vor dem finalen Finanzierungsabschluss noch zusätzliche Liefervereinbarungen spruchreif werden könnten.