Nach der Sicherung einer umfassenden Eigenkapitalfinanzierung und dem gestern erfolgten Baubeginn beim Nolans-Projekt bereitet Arafura Rare Earths den Übergang in die operative Phase vor.
Das Unternehmen bestätigte am vergangenen Freitag den Abschluss einer Finanzierungsrunde über mehr als 930 Millionen AUD. Diese Mittel, ergänzt durch neue Abnahmevereinbarungen und eine personelle Neuausrichtung im Management, sollen die Realisierung des Vorhabens im Northern Territory absichern.
Strategische Finanzierung und neue Abnahmepartner
Die erfolgreiche Kapitalbeschaffung umfasst signifikante Investitionen durch den Northern Australia Resources Fund (NRF), den European Fund for Infrastructure (EFA) und den deutschen Rohstofffonds. Damit ist das Nolans-Projekt laut Unternehmensangaben vollständig finanziert.
Flankiert wurde diese Maßnahme durch ein bereits am 7. Juli abgeschlossenes Share Purchase Plan (SPP), das rund 12,9 Millionen AUD einbrachte und zur Ausgabe von etwa 44,4 Millionen neuen Stammaktien führte.
Parallel zur finanziellen Absicherung weitete das Unternehmen sein Netzwerk an Abnehmern aus. Am vergangenen Freitag wurde eine verbindliche Vereinbarung mit Traxys North America über die Lieferung von 500 Tonnen Neodym-Praseodym (NdPr) sowie insgesamt 700 Tonnen Dysprosium (Dy) und Terbium (Tb) unterzeichnet.
Ein weiterer Vorvertrag mit einer indischen Industriegruppe sieht die Abnahme von zusätzlich 500 Tonnen NdPr sowie jährlich sieben Tonnen Dy und Tb vor. Diese Kontrakte reduzieren das wirtschaftliche Risiko für die geplante 37-monatige Bauzeit erheblich.
Führungswechsel und operative Fortschritte
Im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals des Geschäftsjahres 2026 am vergangenen Donnerstag stellte das Unternehmen zudem Angela Bigg als neue Finanzvorständin (CFO) vor.
Bigg verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im globalen Bergbausektor und war zuvor unter anderem in leitender Funktion für die Diavik-Diamantenmine von Rio Tinto tätig. Sie übernahm das Amt nur wenige Tage vor der Veröffentlichung des Quartalsberichts.
Der operative Fahrplan für das Nolans-Projekt sieht eine Bauphase vor, die durch bereits im Jahr 2022 abgeschlossene Vorarbeiten entlastet wird. Das Management verwies in seinem Bericht darauf, dass die nun gesicherte Kapitalbasis und die festen Abnahmezusagen eine planmäßige Umsetzung des Zeitplans ermöglichen.
Bereits Anfang August hatten Marktbeobachter ihre fairen Wertschätzungen für das Unternehmen aufgrund angepasster Annahmen zu Gewinnmargen und künftigen Bewertungskursen moderat nach oben korrigiert.
Marktreaktion und Kursentwicklung
An der Börse notiert die Aktie heute bei 0,1211 € und verzeichnet damit ein Plus von 1,8 %. Trotz der operativen Fortschritte und der gesicherten Finanzierung bleibt die mittelfristige Bilanz belastet. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 20 % an Wert verloren.
Der aktuelle Kurs liegt zudem weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3100 €, von dem die Titel momentan rund 61 % entfernt sind. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens wird derzeit auf 695,43 Millionen € taxiert. Die kommenden Monate dürften nun primär durch die Fortschrittsmeldungen von der Baustelle und die weitere Umsetzung des 37-monatigen Zeitplans geprägt sein.
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