Arbutus Biopharma hat den Rückkauf eigener Stammaktien im Wert von bis zu 230 Millionen US-Dollar eingeleitet. Das Unternehmen nutzt dafür ein modifiziertes „Dutch Auction“-Verfahren, bei dem die Preisfestlegung innerhalb einer Spanne von 5,00 bis 5,75 US-Dollar pro Aktie erfolgt.
Dieses Vorhaben, das am 24. August startete und voraussichtlich bis zum 29. September läuft, wird die Kapitalstruktur massiv verändern: Bei einer vollständigen Zeichnung würde Arbutus zwischen 20,2 % und 23,2 % der zum 19. August ausstehenden Aktien einziehen.
Finanzielle Basis durch Moderna-Vergleich gestärkt
Möglich wurde dieser umfangreiche Rückkauf durch signifikante finanzielle Zuflüsse aus Rechtsstreitigkeiten. Die Unternehmensführung verknüpft die Maßnahme direkt mit den Erlösen aus einem Vergleich mit Moderna vom März dieses Jahres. Eine erste Zahlung in Höhe von rund 178 Millionen US-Dollar floss dem Biopharma-Unternehmen bereits im Juli zu.
Zum Ende des zweiten Quartals am 30. Juni verfügte Arbutus über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere im Wert von 92,6 Millionen US-Dollar. Die hohen Einnahmen aus dem Vergleich waren zu diesem Bilanzstichtag noch nicht verbucht. Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 wiesen einen Nettoverlust von 5,14 Millionen US-Dollar aus, bei einem Umsatz von 1,01 Millionen US-Dollar.
Am Markt wird das Papier heute bei 4,35 € gehandelt. Damit liegt der Kurs derzeit rund 5,0 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4,14 €. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,69 € ist der Wert aktuell noch etwa 7,2 % entfernt.
Operative Fortschritte und juristische Konflikte
Neben den finanziellen Transaktionen treibt Arbutus seine klinische Pipeline voran. Im Zentrum steht dabei der Wirkstoff imdusiran zur Behandlung von chronischer Hepatitis B. Das Unternehmen gab bekannt, mit der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Einigung über das Design einer geplanten Phase-2b-Studie erzielt zu haben. Bisher konnten unter der Behandlung mit imdusiran bei zehn Patienten funktionelle Heilungserfolge dokumentiert werden.
Parallel dazu weitet Arbutus seine juristischen Bemühungen zum Schutz des geistigen Eigentums aus. Am 12. August wurden drei internationale Patentklagen gegen Pfizer und BioNTech eingereicht. Diese beziehen sich auf die Lipid-Nanopartikel-Technologie (LNP), die eine zentrale Komponente bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen darstellt.
Veränderungen in der Aktionärsstruktur
Auch auf der Seite der institutionellen Anleger zeigen sich aktuelle Entwicklungen. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hielt der Whitefort Capital Master Fund, LP am vergangenen Freitag eine Beteiligung von 8 % an Arbutus, was über 15,7 Millionen Aktien entspricht.
Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Anteilseigner mit Stand vom 4. September keine Absichten mehr verfolgen, die Kontrolle über das Unternehmen maßgeblich zu beeinflussen.
Die kommenden Wochen bis zum Ende der Rückkauffrist am 29. September dürften für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein, da dann feststeht, in welchem Umfang die Aktionäre das Angebot zur Rückgabe ihrer Papiere innerhalb der gesetzten Preisspanne angenommen haben.
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