Der britische Chipdesigner Arm hat am Mittwochabend seine Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Trotz eines Rekordumsatzes und Gewinnzahlen über den Markterwartungen reagierten die Anleger heute mit Verkäufen. Die Aktie notiert aktuell bei 182,40 € und verzeichnet damit ein Minus von 7,41 %. Während das Geschäft mit Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz (KI) boomt, bereitet die anhaltende Schwäche im Smartphone-Markt den Investoren Sorgen.
Starke Nachfrage im Bereich Rechenzentren
Im abgelaufenen Quartal, das am 30. Juni endete, steigerte Arm den Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf 1,29 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen der Analysten von 1,26 Milliarden US-Dollar. Besonders die Lizenzeinnahmen kletterten um 23 % auf 574 Millionen US-Dollar, während die Lizenzeinnahmen (Royalties) um 22 % auf 715 Millionen US-Dollar stiegen. Ein wesentlicher Treiber war das Segment der Rechenzentren, in dem sich die Lizenzgebühren binnen eines Jahres mehr als verdoppelten.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie (Non-GAAP EPS) belief sich auf 0,45 US-Dollar und lag damit deutlich über der Prognose von 0,40 US-Dollar. Auch der freie Cashflow zeigte eine massive Steigerung: Mit 665 Millionen US-Dollar lag dieser um 343 % über dem Vorjahreswert. Laut dem Unternehmen überstiegen die Auslieferungen von Neoverse-Kernen die Marke von 1,5 Milliarden Stück, was die starke Positionierung in der KI-Infrastruktur unterstreicht.
Smartphone-Flaute trübt den Ausblick
Trotz der Rekordzahlen korrigierte das Management den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr leicht nach unten. Das Wachstum der Lizenzgebühren wird nun im oberen Zehnerbereich erwartet, nachdem zuvor ein Zuwachs von etwa 20 % in Aussicht gestellt worden war. Als Gründe nannte das Unternehmen die Schwäche auf dem Smartphone-Markt sowie steigende Speicherpreise. Jay Goldberg, Analyst bei Seaport Research, verwies in diesem Zusammenhang auf die vorsichtigen Prognosen, die den allgemeinen Druck in der Branche widerspiegeln.
Für das laufende zweite Quartal gab Arm eine Umsatzprognose von 1,38 Milliarden US-Dollar (plus oder minus 50 Millionen US-Dollar) ab, was über der ursprünglichen Marktschätzung von 1,34 Milliarden US-Dollar liegt. Dennoch zeigen sich Marktteilnehmer skeptisch, ob das KI-Wachstum die zyklische Schwäche im Mobilfunksektor dauerhaft ausgleichen kann. Trotz des heutigen Kursrückgangs weist die Aktie seit Jahresbeginn immer noch ein Plus von 93,63 % auf.
Strategische Partnerschaften und rechtliche Hürden
Arm gab bekannt, dass die Nachfrage nach den neuen AGI-CPUs für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 bereits ein Volumen von über 2 Milliarden US-Dollar erreicht habe. Zu den Kunden zählt unter anderem Oracle, das den Einsatz dieser Prozessoren vereinbart hat. Die Analysten von Jefferies blicken optimistisch in die Zukunft und prognostizieren bis zum Geschäftsjahr 2031 potenzielle Umsätze von 18 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich.
Neben den operativen Zahlen bleibt eine kartellrechtliche Untersuchung der US-Handelsbehörde FTC ein Thema für die Anleger. Die Behörde prüft seit Mai 2026 die Lizenzpraktiken von Arm, nachdem das Unternehmen begonnen hatte, eigene Chip-Designs auf den Markt zu bringen. Zudem steht ein Urteil in einem Rechtsstreit mit Qualcomm aus dem September 2025 noch in der Berufung, was zusätzliche Unsicherheit für die langfristige Planung schafft.
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