Aroundtown erwartet durch das LEG-Investment seiner Tochter Grand City Properties einen Zuwachs beim anteiligen FFO I von rund 15%. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Damit steht ein zusätzlicher operativer Ergebnisbeitrag in Aussicht. Davon zu unterscheiden ist ein möglicher einmaliger IFRS-Gewinn, der nur unter bestimmten Bedingungen entstehen würde.

Für Anleger sind diese beiden Effekte getrennt zu betrachten. Der erwartete FFO-Beitrag betrifft die operative Ergebniskennzahl. Ein möglicher bilanzieller Sondergewinn wäre dagegen nicht zahlungswirksam und würde für sich genommen keine zusätzlichen Mittel zur Finanzierung schaffen.

Beteiligung lässt mehrere Optionen offen

Grand City Properties hat eine Beteiligung von 20,04% an LEG Immobilien offengelegt. Nach Angaben von Aroundtown könnte die Tochter ihren Anteil auf 29,9% erhöhen. Ebenso kommen eine Verringerung oder ein Verkauf der Beteiligung infrage.

Eine weitere Aufstockung steht damit nicht fest. Aroundtown beschreibt vielmehr unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten. Für die Bewertung des Investments ist diese Offenheit wichtig: Die Beteiligung verschiebt bereits das anteilige Portfolio, ihre endgültige Größe ist damit aber nicht vorgegeben.

Wohnanteil im Portfolio steigt

Unter Einbeziehung des anteiligen LEG-Investments erreicht das Wohnimmobilienportfolio nach Unternehmensangaben 42% des gesamten Portfolios. Das Segment „Living“ einschließlich Hotels steigt von 53% auf nahezu 60%.

Die Beteiligung verändert somit nicht nur die erwartete Ergebniszusammensetzung. Sie gibt Wohnimmobilien auch ein höheres Gewicht innerhalb der Gruppe. Der von Aroundtown erwartete FFO-Zuwachs bleibt allerdings eine Prognose und ist noch kein ausgewiesenes Ergebnis.

Der nächste angekündigte Termin für die Finanzberichterstattung ist der 25. November. Dann soll Aroundtown den Bericht zum dritten Quartal 2026 veröffentlichen. Für Anleger bietet dieser Termin den nächsten Bezugspunkt zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung.

Finanzierung bleibt der Gegenpol

Dem erwarteten Ergebniszuwachs steht die Sorge um höhere Finanzierungskosten gegenüber. Goldman Sachs senkte die Einstufung am 14. Oktober von „Neutral“ auf „Verkaufen“ und reduzierte das Kursziel auf EUR 1,30. Als Begründung nannte das Haus erhöhte Risiken bei weiter steigenden Finanzierungskosten.

Das LEG-Investment und die Finanzierungskosten betreffen damit unterschiedliche Seiten der Ergebnisrechnung. Ein zusätzlicher operativer Beitrag beseitigt das von den Analysten benannte Risiko nicht automatisch. Umgekehrt ist ein möglicher nicht zahlungswirksamer Sondergewinn kein Ersatz für dauerhaft tragfähige laufende Erträge.

Entscheidend ist deshalb die Qualität des angekündigten Zuwachses: Aroundtown stellt einen höheren anteiligen FFO-Beitrag in Aussicht, während Umfang und Dauer der LEG-Beteiligung offenbleiben. Der mögliche IFRS-Sondereffekt sollte bei dieser Abwägung getrennt betrachtet werden.