Der Schweizer Healthcare-IT-Spezialist Ascom überrascht mit vorläufigen Zahlen für 2025, die weit über den Erwartungen liegen. Die EBITDA-Marge schnellt von mageren 7,4% auf beeindruckende 11,5% bis 12,0% – eine Steigerung, die vor allem einem einzelnen Geschäft zu verdanken ist. Was steckt hinter diesem Erfolg?

Der Dezember-Deal macht den Unterschied

Ein außergewöhnlich großer Auftrag aus den USA, der im Dezember ausgeliefert wurde, hat sowohl Umsatz als auch Profitabilität des Unternehmens massiv nach oben getrieben. Die Region USA & Kanada wuchs dadurch um stolze 7,3% – deutlich stärker als die europäischen Märkte. Dieser Deal war offenbar so bedeutend, dass er die Geschäftszahlen des gesamten Konzerns spürbar beeinflusste.

Der Nettoumsatz erreichte CHF 292,1 Mio., was einem organischen Wachstum von 3,8% zu konstanten Wechselkursen entspricht. Alle drei Regionen trugen zum Wachstum bei: Die Region Süd legte um 4,5% zu, getragen von Deutschland, Italien und Osteuropa. Die Region Nord steigerte sich um 1,5%, wobei Norwegen und Schweden die Treiber waren.

Gewinn verdreifacht sich nahezu

Noch beeindruckender als die Umsatzentwicklung fällt der Blick auf das Konzernergebnis aus. Der Gewinn wird 2025 voraussichtlich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich landen – ein gewaltiger Sprung gegenüber den CHF 3,7 Mio. aus 2024. Das entspricht einer Vervielfachung des Gewinns innerhalb eines Jahres.

Kann das Unternehmen dieses Momentum halten? Der Auftragsbestand gibt Grund zur Zuversicht: Er kletterte auf CHF 310,7 Mio., während der Auftragseingang mit CHF 311,1 Mio. um 3,2% zulegte. Die Pipeline scheint also gut gefüllt.

Solide Bilanz als Fundament

Die Finanzlage präsentiert sich robust: Die Nettoliquidität verbesserte sich auf CHF 29,6 Mio. (Vorjahr: CHF 18,6 Mio.), die Eigenkapitalquote liegt bei rund 40%. Ascom hat sich damit finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum geschaffen.

Bleibt die Frage nach der Nachhaltigkeit. War 2025 ein Ausnahmejahr dank des US-Megadeals? Die vollständigen Geschäftszahlen samt Ausblick für 2026 werden am 9. März 2026 veröffentlicht – dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen die operative Verbesserung strukturell verankern konnte oder ob Anleger sich auf eine Normalisierung einstellen müssen.