ASML steht kurz vor dem Allzeithoch. Die Aktie beendete die Handelswoche bei 1.661,20 Euro. Damit trennen den Anlagenbauer nicht einmal zwei Prozent vom Rekordwert. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Plus von 68 Prozent auf der Anzeigetafel. Am 15. Juli präsentiert der Konzern seine neuen Quartalszahlen.
Hohe Erwartungen an das Sommerquartal
Das Management peilt einen Umsatz von bis zu neun Milliarden Euro an. Die Bruttomarge soll bei gut 51 Prozent liegen. ASML profitiert massiv vom KI-Boom. Speicherchip-Hersteller reißen dem Konzern die Anlagen förmlich aus den Händen. Sie machten zuletzt bereits über die Hälfte des Systemumsatzes aus.
Zögern bei der neuen Chip-Generation
Ein zentrales Thema bleibt die neue High-NA-EUV-Technologie. Jede dieser Maschinen kostet rund 350 Millionen Euro. Intel nutzt das erste System bereits für seine neue 14A-Fertigung. Parallel dazu bremst die Konkurrenz. TSMC sind die Anlagen aktuell zu teuer. Samsung verschiebt den Einsatz voraussichtlich auf das Jahr 2027.
Aktienrückkäufe stützen den Kurs
Während die Kunden ihre Strategien justieren, belohnt ASML seine Aktionäre. Der Konzern kauft jeden Handelstag eigene Papiere für etwa 16 Millionen Euro zurück. Das laufende Programm hat ein Volumen von zwölf Milliarden Euro.
Ein Makel bleibt. Trotz der vollen Auftragsbücher verbrannte ASML im ersten Quartal über drei Milliarden Dollar. Der freie Cashflow rutschte tief ins Minus. Komplexe Lieferketten und hohe Vorlaufkosten belasten die Kasse.
Washington erhöht den Druck
Ein weiteres Risiko braut sich in den USA zusammen. US-Politiker fordern schärfere Exportkontrollen. Der sogenannte MATCH Act könnte ASML verbieten, bereits installierte Maschinen in China zu warten. Die Folge: Ein sofortiger Einbruch bei den lukrativen Service-Einnahmen. Das China-Geschäft steht für ein Fünftel des Gesamtumsatzes.
Am 15. Juli müssen die Niederländer liefern. Fällt der freie Cashflow erneut negativ aus, droht ein Rücksetzer. Bestätigt ASML hingegen die hohe Nachfrage und bekommt die Kosten in den Griff, ist der Weg zum neuen Allzeithoch frei.
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