Rekordquartal, erhöhte Jahresziele, milliardenschwere Aktionärsrenditen — und trotzdem fiel die Aktie nach den Zahlen. Bei ASML laufen gerade mehrere Entwicklungen gleichzeitig, die in verschiedene Richtungen ziehen.
Starke Zahlen, schwache Reaktion
ASML erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro. Beide Werte übertrafen die Konsensschätzungen deutlich. Die Bruttomarge lag bei 53,0 Prozent — am oberen Ende der Erwartungen.
Trotzdem verlor die Aktie am Tag der Veröffentlichung rund fünf Prozent. Der Grund: Der Ausblick auf das zweite Quartal enttäuschte. ASML erwartet für Q2 einen Umsatz zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 9,07 Milliarden Euro erwartet.
Für das Gesamtjahr 2026 hebt ASML die Prognose an. Der Umsatz soll nun zwischen 36 und 40 Milliarden Euro liegen, nach zuvor 34 bis 39 Milliarden Euro. CEO Christophe Fouquet verwies auf die anhaltende KI-Infrastrukturinvestitionswelle: „Die Nachfrage nach Chips übersteigt das Angebot. Unsere Kunden beschleunigen ihre Kapazitätserweiterungen für 2026 und darüber hinaus.“
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Großzügige Ausschüttungen, negativer Free Cashflow
Die Dividende für 2025 steigt um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Aktie. Nach drei Zwischendividenden von je 1,60 Euro schlägt ASML der Hauptversammlung eine Schlussdividende von 2,70 Euro vor. Das Rückkaufprogramm läuft bis Ende 2028 mit einem Gesamtvolumen von bis zu 12 Milliarden Euro. Allein im ersten Quartal kaufte ASML rund 0,9 Millionen eigene Aktien für etwa 1,1 Milliarden Euro zurück.
Die Kehrseite: Der freie Cashflow war im ersten Quartal mit minus 2,6 Milliarden Euro deutlich negativ. Die liquiden Mittel sanken von 13,3 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 auf 8,4 Milliarden Euro.
MATCH Act und China-Risiko
Das politische Risiko ist real. Eine parteiübergreifende Gruppe US-amerikanischer Gesetzgeber brachte einen Gesetzentwurf ein, der ASML den Verkauf von DUV-Maschinen an chinesische Chipunternehmen verbieten würde. EUV-Maschinen darf ASML schon heute nicht nach China liefern. DUV-Systeme waren bislang das letzte verbliebene Standbein im chinesischen Markt.
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Der Anteil Chinas am Gesamtumsatz fiel bereits von 36 Prozent im vierten Quartal 2025 auf 19 Prozent im ersten Quartal 2026. Analyst Michael Roeg von Degroof Petercam schätzt den möglichen Umsatzrückgang durch neue Regeln auf einen einstelligen Prozentbereich. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande sieht das Gewinn je Aktie um bis zu zehn Prozent gefährdet.
Hinzu kommt: ASML handelt aktuell auf dem niedrigsten Bewertungsaufschlag gegenüber US-Wettbewerbern seit einem Jahrzehnt. Gegenüber Applied Materials beträgt der Aufschlag nur noch rund 17 Prozent — der kleinste seit 2014. Gegenüber Lam Research notiert ASML sogar mit einem Abschlag von fünf Prozent.
Die Aktie schloss zuletzt bei 1.228,40 Euro, rund fünf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 24 Prozent.
Am 22. April tagt die Hauptversammlung — Abstimmung über Dividende, neuen CTO Marco Pieters und Vorstandserweiterungen inklusive. Einen Tag später entscheidet ein US-Ausschuss über den MATCH Act. Wie stark das China-Geschäft tatsächlich schrumpft, hängt von diesem Votum ab.
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