ASML notiert auf einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 48,2 — deutlich über dem Branchendurchschnitt der US-Halbleiterindustrie von 40,7. Zwei anstehende Ereignisse werden zeigen, ob diese Prämie gerechtfertigt ist.
Quartalszahlen und Hauptversammlung im April
Am 15. April 2026 legt ASML seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Eine Woche später, am 22. April, findet die Hauptversammlung im TWINSCAN Auditorium in Veldhoven statt. Dort stehen mehrere Personalentscheidungen auf der Agenda: Marco Pieters soll als neuer Chief Technology Officer für vier Jahre in den Vorstand einziehen, CFO Roger Dassen und COO Frédéric Schneider-Maunoury werden zur Wiederwahl vorgeschlagen. Im Aufsichtsrat scheidet Alexander Everke auf eigenen Wunsch aus; als Nachfolger nominiert das Gremium Benjamin Loh, langjähriger CEO von ASM International.
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Streik, Stellenabbau und Umsatzausblick
Die Wochen vor diesen Terminen sind von internen Spannungen geprägt. Am 24. März legten mehr als 1.000 Mitarbeiter am Hauptsitz in Veldhoven die Arbeit nieder — Protest gegen den geplanten Abbau von 1.700 Stellen, rund 3,8 Prozent der Belegschaft. Berichten zufolge folgte am 25. März ein zweiter Ausstand. Die Gewerkschaften verweisen auf einen Nettogewinn von 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 und geplante Aktienrückkäufe von 12 Milliarden Euro über drei Jahre. ASML hält an der Umstrukturierung fest, kündigt aber Umschulungsprogramme und Abfindungspakete an. Die Gewerkschaften wollen am 7. April auf den Sozialplan reagieren, der Betriebsrat gibt seine formelle Stellungnahme im Mai ab.
Finanziell bleibt die Ausgangslage solide: ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 auf 34 bis 39 Milliarden Euro angehoben. Belastend wirkt jedoch der Rückgang des China-Umsatzanteils — von 33 Prozent in 2025 auf erwartete 20 Prozent in 2026, bedingt durch US-Exportbeschränkungen.
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Was Analysten erwarten
Von 39 Analysten empfehlen 37 die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.400,42 Euro, die Spanne reicht von 940 bis 1.600 Euro. Ein DCF-Modell von Simply Wall St sieht den fairen Wert hingegen bei umgerechnet rund 771 Dollar — erheblich unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 22 Prozent zugelegt, liegt aber noch knapp 7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Die Q1-Zahlen am 15. April liefern den ersten konkreten Datenpunkt: Ob das Auftragsvolumen die hohe Bewertung trägt und wie stark der China-Rückgang das Ergebnis bereits belastet, wird die Diskussion um das KGV von 48,2 neu entfachen.
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