Die ASML-Aktie setzt ihre Aufwärtsbewegung fort – befeuert durch eine Welle positiver Analystenreaktionen auf die starken Quartalszahlen. Der Halbleiterausrüster profitiert unvermindert von der KI-Konjunktur, die institutionelle Anleger zu deutlichen Schätzungenkorrekturen veranlasst.

Analysten feuern Kauflaune an

Nach der Quartalsveröffentlichung am 15. Oktober zog Cantor Fitzgerald die Volljahres-Prognose für 2025 auf 29,18 US-Dollar je Aktie hoch – zuvor waren 27,68 Dollar veranschlagt. Wells Fargo & Company erhöhte ebenfalls das Kursziel und bekräftigte seine „Overweight“-Einstufung. Die positive Stimmung schlug sich unmittelbar im Kurs nieder: Am Montag legte die Aktie 1,3% zu und erreichte zeitweise 1.052,17 Dollar.

Parallel dazu setzt ASML sein Aktienrückkaufprogramm konsequent fort. Allein am 16. und 17. Oktober erwarb das Unternehmen 82.470 eigene Aktien für rund 72,3 Millionen Euro.

Quartalszahlen übertreffen Erwartungen

Die jüngsten Aufwertungen sind eine direkte Reaktion auf die beeindruckenden Q3-2025-Zahlen. Der Nettoumsatz belief sich auf 7,5 Milliarden Euro bei einem Nettoeinkommen von 2,1 Milliarden Euro. Besonders hervor stachen die Nettoauftragseingänge von 5,4 Milliarden Euro – deutlich über den Erwartungen. Zwei Drittel dieses Volumens entfielen auf Aufträge für die hochmodernen EUV-Lithographiesysteme.

Doch wo bleibt das Wachstum, wenn China ausfällt? Das Management rechnet für 2026 mit „deutlich niedrigeren“ Umsätzen in der Region verglichen mit 2024 und 2025.

Ausblick: Wende oder Weiterlauf?

Für das vierte Quartal prognostiziert ASML einen Umsatz zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51% bis 53%. Das Gesamtjahr 2025 soll ein Umsatzplus von rund 15% bringen. Entscheidend: Das Unternehmen erwartet für 2026 keine Umsatzrückgänge unter das Niveau von 2025 – die Schwäche in China soll durch andere Regionen kompensiert werden.

Die detaillierte Prognose für 2026 folgt erst im Januar. Bis dahin navigieren Anleger zwischen KI-Euphorie und China-Risiken.