Rekordumsatz, höhere Prognose, und trotzdem hakt es: ASML kann den Bedarf seiner Kunden in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht vollständig bedienen. Die Nachfrage nach Anlagen für die Chipfertigung wächst schneller als die geplanten Kapazitäten.
Rekordquartal mit starker Marge
Im dritten Quartal setzte der Konzern 11,7 Milliarden Euro um, nach 9,3 Milliarden im zweiten Quartal. Der Nettogewinn sprang von 2,9 auf knapp 5 Milliarden Euro. Die Bruttomarge lag bei 57,5 Prozent und damit über der eigenen Prognose. Geholfen hat die rege Nachfrage nach Aufrüstungen bereits installierter Anlagen.
Für das Gesamtjahr stellt ASML nun 44 bis 45 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht. Bislang lag die Untergrenze bei 43 Milliarden. Im Schlussquartal sollen die Erlöse 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro erreichen.
Zu wenig Kapazität für 2027 und 2028
Das eigentliche Thema ist das Angebot. CEO Fouquet sieht die bislang geplanten Kapazitäten für 2027 und 2028 als zu knapp an, um den Kundenbedarf zu decken. Kunden fragen bereits Lieferungen für 2029 und 2030 an. ASML prüft deshalb einen stärkeren Ausbau.
Das spricht für gut gefüllte Auftragsbücher. Es zeigt aber auch, dass der Konzern beim KI-Ausbau zum Engpass werden kann. Marktbeobachter verweisen zudem auf Risiken: Exportrestriktionen, hohe Zinsen und Zweifel, ob sich die KI-Investitionen langfristig rechnen.
Chart bleibt angeschlagen
An der Börse spiegelt sich die Euphorie nur bedingt. Trotz der guten Zahlen setzte die Aktie ihre jüngste Korrektur zunächst fort und testete eine Unterstützungszone oberhalb der 200-Tage-Linie. Die 50-Tage-Linie hat der Kurs weiterhin nicht zurückerobert. Zuletzt zog das Papier allerdings wieder an.
Für Zertifikate-Anbieter ist die Lage reizvoll. Ein Capped-Bonus-Zertifikat der DZ Bank schüttet bis zu 1.600 Euro aus, solange die Aktie bis zum 18. Juni 2027 nie die Barriere bei 900 Euro berührt. Eine HSBC-Aktienanleihe zahlt 16 Prozent Kupon pro Jahr bei einem Basispreis von 1.375 Euro. Gelingt es ASML, die 50-Tage-Linie zurückzuerobern, wäre das ein erstes technisches Signal für ein Ende der Korrektur.
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