Nach einer dynamischen Entwicklung an den Kapitalmärkten richtet das Biotechnologieunternehmen Assembly Biosciences den Fokus verstärkt auf seine klinische Pipeline und die strategische Zusammenarbeit mit Gilead Sciences.

In den vergangenen 30 Tagen verzeichnete das Papier einen Kursanstieg von 36 Prozent, womit das Unternehmen eine deutliche Markterholung vollzog. Gestern gab der Kurs zwar um 2,1 Prozent nach, dennoch notiert der Wert weiterhin in einem Bereich, der die Erwartungen an die kommenden Monate widerspiegelt.

Strategische Partnerschaft und klinische Studien

Im Mittelpunkt der künftigen Entwicklung steht das Programm GS-1179, das zuvor unter der Bezeichnung ABI-1179 geführt wurde. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der Partner Gilead Sciences diesen Kandidaten für die weitere klinische Entwicklung im Rahmen eines Programms gegen das Herpes-simplex-Virus (HSV) ausgewählt.

Ziel ist die Einleitung einer Phase-2-Studie bei Patienten mit rezidivierendem Genitalherpes, die voraussichtlich bis zum Ende des laufenden Jahres beginnen soll.

Parallel dazu bereitet Assembly Biosciences die Ausweitung seiner eigenen klinischen Aktivitäten vor. Der Wirkstoffkandidat ABI-6250 soll künftig auch bei cholestatischen Lebererkrankungen wie der primär biliären Cholangitis (PBC) und der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) eingesetzt werden.

Ein entsprechender Start der Phase-2-Studien ist für das erste Quartal 2027 geplant. Bereits für das Ende des Jahres 2026 wird zudem der Beginn einer Phase-2-Studie zur Behandlung der chronischen Hepatitis-Delta-Virus-Infektion (HDV) angestrebt.

Die Entscheidung über eine Beteiligung an den US-Kosten und -Gewinnen in Höhe von 40 Prozent steht derzeit noch aus. Laut Unternehmensangaben wird diese Wahl getroffen, sobald die vollständigen kommerziellen Kostenschätzungen von Gilead vorliegen und geprüft wurden.

Solide Finanzlage bis in das Jahr 2029

Finanziell sieht sich das Unternehmen für die kommenden Jahre gut gerüstet. Vor rund zwei Wochen gab Assembly Biosciences bekannt, dass die liquiden Mittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängigen Wertpapiere zum 30. Juni 2026 rund 320,4 Millionen US-Dollar betrugen. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Stand von Ende März dar, als die Reserven noch bei 226,6 Millionen US-Dollar lagen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch den Abschluss einer Bruttofinanzierung in Höhe von 115 Millionen US-Dollar.

Das Unternehmen geht davon aus, dass die vorhandenen Mittel ausreichen, um den operativen Betrieb bis in das Jahr 2029 zu finanzieren. In diese Prognose ist eine für das vierte Quartal 2026 erwartete Zahlung von Gilead Sciences in Höhe von 75 Millionen US-Dollar bereits eingerechnet. Dabei handelt es sich um die erste vertraglich vereinbarte Verlängerungszahlung aus der bestehenden Kooperation.

Im operativen Geschäft konnte Assembly Biosciences den Nettoverlust im zweiten Quartal deutlich senken. Während im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 10,2 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,33 US-Dollar je Aktie zu Buche stand, belief sich der Nettoverlust im abgelaufenen Quartal auf 3,9 Millionen US-Dollar oder 0,20 US-Dollar pro Anteilsschein.

Gleichzeitig stiegen die Kooperationseinnahmen mit Gilead von 9,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf nun 13,4 Millionen US-Dollar. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden im selben Zeitraum von 16,1 Millionen auf 14,9 Millionen US-Dollar reduziert. Das Papier notiert mit dem aktuellen Kursniveau rund 14 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 39,71 US-Dollar.