Das Raumfahrtunternehmen AST SpaceMobile hat am heutigen Mittwoch seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr massiv gesteigert werden konnte, belastete ein Raketenfehlschlag aus dem April das Ergebnis mit erheblichen Sonderkosten. Dennoch signalisiert das Management durch neue Kooperationen in Europa und einen hohen Auftragsbestand weiteres Wachstumspotenzial.

Massive Sonderbelastung durch Fehlstart

Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete AST SpaceMobile einen Umsatzsprung auf 31,5 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich rund 1,2 Millionen US-Dollar erzielt worden waren. Der Service-Umsatz trug mit 7,1 Millionen US-Dollar zu diesem Ergebnis bei. Trotz der deutlichen Umsatzsteigerung weitete sich der Vorsteuerverlust auf 298,8 Millionen US-Dollar aus, nach einem Minus von 99,4 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Hauptverantwortlich für das Defizit war eine einmalige Sonderbelastung in Höhe von 125,9 Millionen US-Dollar. Diese resultiert aus dem Verlust des Satelliten BlueBird 7, der bei einem Fehlstart einer New-Glenn-Rakete zerstört wurde. In der Folge stiegen die operativen Kosten im Berichtsquartal auf 329,1 Millionen US-Dollar an. Das Unternehmen verfügt jedoch weiterhin über einen beachtlichen Auftragsbestand von 1,3 Milliarden US-Dollar.

Expansion mit Vodafone und neue Raketenpartner

Abseits der Bilanzzahlen forciert das Unternehmen seine globale Präsenz. Medienberichten zufolge steht der Start eines Direct-to-Cell-Dienstes in Großbritannien unmittelbar bevor.

Hierfür nutzt AST SpaceMobile das Spektrum und die Gateway-Infrastruktur des Partners Vodafone, wofür bereits eine Testlizenz der britischen Aufsichtsbehörde Ofcom vorliegt. Eine entsprechende Mitteilung der US-Fernmeldebehörde FCC wurde am gestrigen Dienstag veröffentlicht.

Um die ambitionierten Ausbauziele zu erreichen, plant das Unternehmen, bis Anfang 2027 insgesamt 45 Satelliten im Orbit zu haben. Aktuell befinden sich 13 BlueBird-Satelliten im All.

Für künftige Starts erwägt AST SpaceMobile auch die Nutzung der Vulcan-Rakete der United Launch Alliance (ULA). Die Satelliten des Typs BlueBird zeichnen sich durch eine stapelbare Bauweise aus, was die Logistik bei Starts mit verschiedenen Anbietern wie SpaceX oder Blue Origin erleichtert.

Die Anleger reagierten positiv auf die operativen Fortschritte und die Bestätigung der Jahresprognose. Im heutigen Handel legt die Aktie um 4,2 Prozent zu und notiert bei 64,50 Euro. Damit erholt sich das Papier vom gestrigen Schlusskurs, der bei 61,90 Euro gelegen hatte.

Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen

Das Management bestätigte das Umsatzziel für das Gesamtjahr 2026 in einer Spanne von 150 bis 200 Millionen US-Dollar. Im ersten vollen kommerziellen Jahr wird ein Umsatz von nahezu einer Milliarde US-Dollar angestrebt. Mit über 60 Mobilfunkpartnern weltweit erreicht das Unternehmen potenziell rund drei Milliarden Abonnenten.

Die Analystenhäuser passten ihre Bewertungen nach Bekanntgabe der Zahlen an die aktuelle Entwicklung an. Die Experten der Bank of America senkten ihr Kursziel für die Aktie von AST SpaceMobile auf 80 US-Dollar, während die UBS ihr Ziel auf 78 US-Dollar revidierte.

Demgegenüber steht eine optimistischere Einschätzung von Cantor Fitzgerald mit einem Kursziel von 90 US-Dollar. Piper Sandler sieht den fairen Wert sogar bei 98 US-Dollar. Marktbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass der vollständige kommerzielle Start der Dienste nun für das Jahr 2027 geplant ist.