AST SpaceMobile gerät unter Druck. Ein schwerer Rückschlag bei Blue Origin verschärft die Lage im Satellitenmarkt, während Deutsche Bank ihre Einschätzung für den Titel zurücknimmt. Für die Aktie trifft das einen empfindlichen Punkt: Das Geschäft hängt an einem engen Startfenster und an einer zügigen Ausweitung der Konstellation.
Am Montag notierte der Wert bei 88,60 Euro und lag damit 9,13 Prozent im Minus. Seit dem Freitagsschluss bei 97,50 Euro hat die Aktie spürbar an Boden verloren. Trotzdem bleibt die Bilanz auf Sicht von zwölf Monaten extrem stark. Der Titel steht noch immer gut 317 Prozent höher als vor einem Jahr.
Ein Launch-Markt mit mehr Reibung
Auslöser der Nervosität ist der Feuerball bei einem Static Fire Test der New-Glenn-Rakete am 28. Mai in Cape Canaveral. Dabei wurden wichtige Teile der Startanlage schwer beschädigt. Der Transporter-Erector wurde zerstört, der Lightning Tower kollabierte.
Das Problem reicht über den einzelnen Vorfall hinaus. Wenn ein Startplatz länger ausfällt, wird der ohnehin knappe Zugang zu Raketenstarts noch enger. Genau darauf ist AST SpaceMobile angewiesen, um seine Satellitenkonstellation Stück für Stück auszubauen. Reparaturen könnten nach Einschätzung von Branchenbeobachtern länger als ein Jahr dauern.
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Deutsche Bank wird vorsichtiger
Die neue Unsicherheit schlägt auch auf die Analystenseite durch. Deutsche Bank stufte AST SpaceMobile von „Buy“ auf „Hold“ zurück und senkte das Kursziel von 117 auf 106 Dollar. Das ist ein deutlicher Dämpfer, auch wenn der bisherige Kursverlauf weiter von hoher Erwartung geprägt war.
Hinter der Herabstufung stehen vor allem Zeitrisiken. Einige Marktbeobachter halten Verzögerungen von bis zu sechs Monaten beim Rollout des 45-Satelliten-Netzwerks für möglich. Für ein Unternehmen, dessen Wachstum an Starttermine gekoppelt ist, zählt jeder Monat.
Viel Cash, wenig Umsatz
Finanziell steht AST SpaceMobile nicht schlecht da. Die Gesellschaft verfügt über rund 3,5 Milliarden Dollar an Barmitteln. Das verschafft Spielraum, solange sich der Ausbauplan verschiebt.
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Operativ bleibt die Latte hoch. Im ersten Quartal setzte das Unternehmen nur 14,7 Millionen Dollar um und verfehlte damit die Erwartungen. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an einer Umsatzprognose von 150 bis 200 Millionen Dollar fest. Langfristig peilt die Firma 2027 rund 1 Milliarde Dollar an.
Dafür braucht es Tempo bei den Starts. Hinzu kommt eine ordentliche Basis an Partnern: Fast 60 Mobilfunkanbieter stehen an Bord, dazu mehr als 1,2 Milliarden Dollar an vertraglich möglichem Umsatz. Auch das spricht für Potenzial. Aber eben erst, wenn die Satelliten tatsächlich in der Umlaufbahn sind.
Am Markt sorgt der Titel dennoch weiter für Bewegung. Seit heute ist die Aktie in einer neuen Serie USD-besicherter Perpetual-Kontrakte auf Binance Futures handelbar, mit bis zu 20-facher Hebelwirkung. Das dürfte die Volatilität eher erhöhen als beruhigen.
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