Bei AST SpaceMobile entscheidet sich die Bewertung zunehmend an der Umsetzung der Satellitenpläne, nicht allein an technischen Fortschritten. Ein erfolgreicher Netztest steht Zweifeln am Starttempo und unterschiedlichen Einschätzungen zur Konkurrenz durch SpaceX gegenüber. Der heutige Kursanstieg um 2,5% ändert nichts an diesem Spannungsfeld.
Starttempo rückt in den Mittelpunkt
Piper Sandler stufte AST SpaceMobile am 13. Oktober von Übergewichten auf Neutral ab. Zugleich senkte das Analysehaus sein Kursziel von 98 $ auf 54 $. Damit verband es eine vorsichtigere Anlageempfehlung mit einer deutlich niedrigeren Bewertung.
Die Begründung reicht über kurzfristige Kursschwankungen hinaus: Piper Sandler äußerte geringeres Vertrauen in das Tempo der Satellitenstarts für 2026–2027. Hinzu kamen Bedenken wegen möglicher Konkurrenz durch SpaceX und Risiken beim Zugang zu Startmöglichkeiten.
Für Anleger liegen damit zwei unterschiedliche Risiken auf dem Tisch. Einerseits geht es darum, wie zügig AST SpaceMobile seine Satelliten ins All bringen kann. Andererseits stellt sich die Frage, welchen Wettbewerbsdruck SpaceX aufbauen könnte. Ein technischer Erfolg bei der Verbindung der Netze beantwortet diese Fragen noch nicht.
Deutsche Bank gewichtet SpaceX anders
Die Deutsche Bank hatte AST SpaceMobile am 12. Oktober dagegen von Halten auf Kaufen hochgestuft. Ihr Kursziel beließ sie bei 93 $. Bryan Kraft argumentierte, der Markt habe die Risiken rund um die Frequenzposition von SpaceX falsch interpretiert.
Die gegensätzlichen Empfehlungen beruhen somit nicht nur auf unterschiedlichen Kursannahmen. Sie zeigen auch abweichende Einschätzungen desselben Wettbewerbsumfelds. Während Piper Sandler potenzielle Belastungen hervorhob, stellte Kraft die Interpretation der Frequenzrisiken durch den Markt infrage.
Netztest belegt Fortschritt, nicht das Ausbautempo
Einen konkreten technischen Fortschritt meldeten TELUS und AST SpaceMobile am 5. Oktober. Beide Unternehmen schlossen ihren ersten Integrationstest zwischen dem Mobilfunknetz von TELUS und dem Satellitennetz von AST SpaceMobile ab. Dabei erprobten sie Sprachverbindungen, Textnachrichten und Breitbanddaten für Smartphones.
Der Test ist damit ein Beleg für die erprobte Verbindung beider Netze. Sein Aussagewert unterscheidet sich jedoch von der Frage nach der Geschwindigkeit des weiteren Satellitenausbaus.
Medienberichten zufolge waren am 11. Oktober die BlueBirds 14–16 in Cape Canaveral eingetroffen. Das dokumentiert einen weiteren Vorbereitungsschritt, aber keinen vollzogenen Start. Für die Anlageentscheidung bleibt deshalb die Trennung entscheidend: AST SpaceMobile kann technische Fortschritte vorweisen, während das Umsetzungstempo und die Bewertung der SpaceX-Risiken umstritten sind.
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